Auch Rohöl teurer
Sprit so teuer wie noch nie in diesem Jahr

Deutsche Autofahrer müssen an den Tankstellen so viel Geld für den Sprit hinlegen wie noch nie in diesem Jahr. Auch Rohöl ist teurer geworden.

HB NEW YORK/HAMBURG. Ein Liter Superbenzin kostet im bundesweiten Durchschnitt 1,36 Euro, für Diesel werden an Markentankstellen knapp 1,16 Euro je Liter verlangt, wie Sprecher der Mineralölwirtschaft am Freitag in Hamburg mitteilten. Auch Rohöl der US-Sorte WTI erreichte in New York mit 64,50 Dollar je Barrel (159 Liter) ebenfalls einen Höchststand seit Jahresbeginn. Danach ging der Preis allerdings wieder zurück. Auslöser für den deutlichen Anstieg der Ölpreise in den vergangenen Tagen ist die Angst vor Versorgungsengpässen bei Benzin in den USA, nachdem die Lagerbestände zuletzt deutlich gesunken waren.

Die Spritpreise in Deutschland erreichten fast schon die Preisspitzen des vergangenen Sommers. Im Juli 2006 kostete Super im Monatsdurchschnitt 1,38 Euro, für Diesel mussten die Autofahrer im Juli und August des vergangenen Jahres 1,16 Euro je Liter bezahlen. Hintergrund für den aktuellen Schub sind sowohl steigende Rohölpreise als auch zusätzliche Preissteigerungen darüber hinaus am europäischen Großmarkt für Benzin in Rotterdam. US-Benzinhändler decken sich am europäischen Markt für die bevorstehende US- Reisesaison ein und treiben damit die Preise in die Höhe.

„Dieses Phänomen beobachten wir bereits seit dem Jahr 2000“, sagte Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID. So steigen die Benzinpreise stärker als die Rohölpreise. Wegen der hohen Ölnachfrage der europäischen Raffinerien, die teilweise den US-Markt mitversorgen müssen, ist die europäische Ölsorte Brent teurer als die US-Sorte WTI. Meistens ist dagegen WTI teurer als Brent. Brent-Öl verteuerte sich bis Freitagnachmittag um 44 Cent auf 69,16 Dollar je Barrel. WTI-Öl fiel zum Nachmittag europäischer Zeit mit 63,72 Dollar um 13 Cent unter den Schlusspreis des Vortages.

Vor Beginn der Ferienzeit in den USA mit einem traditionell starken Anstieg des Benzinverbrauchs rücke in diesem Jahr einmal mehr die angespannte Lage in den US-Raffinerien in den Fokus der Anleger, sagte Peter Beutel, von der Energieberatungsfirma Cameron Hannover. „Die USA sind zutiefst abhängig von jeder einzelnen Raffinerie auf eigenem Boden.“ Nach Einschätzung von Experten liegt die Auslastung der US-Raffinerien derzeit bereits bei über 88 Prozent.

Vor diesem Hintergrund sind die Investoren nach Einschätzung von Experten beunruhigt über die US-Benzinreserven. In den USA sind die Lagerbestände an Benzin zuletzt erneut kräftig gesunken. Sollte sich das Abschmelzen der Benzinreserven in den nächsten Wochen fortsetzen, „dürfte es auf der Produktseite im Hinblick auf die Sommerreisezeit eng werden“, urteilen die Experten der Dekabank. Unterdessen verteuerte sich Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) am Donnerstag um 30 Cent auf 63,66 Dollar je Barrel. Das Kartell gibt den Preis für einen Korb seiner wichtigsten Sorten immer erst mit einem Tag Verspätung bekannt.

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