Bald schon auf Allzeithoch
Notenbank prophezeit starken Zloty

Der polnische Zloty verspricht für die nächsten Monate erhebliches Kurspotenzial. Experten erwarten Polens Währung in Kürze auf einem neuen Allzeithoch. Doch um den Zloty weiter zu stärken, muss das Land eine klare Strategie zur Einführung des Euros vorlegen. Das hat inzwischen auch die Regierung eingesehen.

WARSCHAU. „Für eine Stärkung des Zloty sprechen insbesondere das hohe Wachstum, die enormen ausländischen Direktinvestitionen und die reichlich fließenden EU-Mittel“, heißt es bei der polnischen Nationalbank (NBP). „Mittelfristig wird unsere Währung noch stärker werden“, glaubt auch Analyst Roman Przasnyski von Polens führender Tageszeitung „Rezczpospolita“. Damit dürfte das jüngste Allzeithoch mit einem Zloty-Kurs von 3,75 zu Euro in absehbarer Zeit übertroffen werden.

Tatsächlich sorgt gerade die exzellente Konjunktur für internationales Vertrauen in Polens Währung. Nach einem BIP-Zuwachs von 5,8 Prozent im letzten Jahr erwartet die Nationalbank für 2007 sogar einen Wert zwischen sechs und sieben Prozent. Motor des Wachstums sind vor allem die Investitionen und die private Nachfrage. Aber auch der polnische Export, der hauptsächlich in die Europäische Union fließt, gibt kräftige Impulse. Mehr und mehr geht Polen mit technologisch höherwertigen Gütern auf die westlichen Märkte.

Für den guten wirtschaftlichen Ruf des Landes spricht auch der starke Zufluss ausländischer Direktinvestitionen, die 2006 den Rekordwert von gut elf Mrd. Euro erreichten. Polen war damit Spitzenreiter unter den neuen EU-Staaten. „Die Tendenz der Investitionen geht mehr und in Richtung fortgeschrittene Technologie, moderne Dienstleistung sowie Forschung und Entwicklung“, betont der Präsident der staatlichen Agentur PAIZZ, Pawel Wojciechowski. Diese Investitionen sorgen für einen enormen Finanzierungsbedarf, der den Zloty zusätzlich stärkt.

Auch die Vergabe der Fußball-Europameisterschaft 2012 an Polen und die Ukraine spricht für einen weiteren Investitionsschub. Geplant ist der Bau von Stadien, Straßen, U-Bahnen und Hotels. Einzelne Politiker haben schon gefordert, dass Polen im Vorfeld der EM unbedingt den Euro übernehmen müsse. „Wenn die vielen Fans zu uns kommen und in Euro zahlen, werden wir enormes Kapital einnehmen“, sagte Marek Borowski von den Sozialdemokraten.

Die konservative Regierung von Premier Jaroslaw Kaczynski hat inzwischen ebenfalls eingesehen, dass sie eine klare Strategie zur Einführung des Euros vorlegen muss, wenn sie ihre Wirtschaft und damit auch den Zloty weiter stärken will. Finanzministerin Zyta Gilowski kündigte an, man wolle 2009 über den genauen Zeitpunkt der Euro-Übernahme entscheiden. Die Nationalbank hat jetzt ein Büro eingerichtet, das bei der Ausarbeitung einer Strategie helfen soll.

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