Begrenzte Ressourcen
Gold wächst nicht nach

Alle wollen Gold. Doch Gold wächst nicht nach.

Wie in Südafrika: Das wichtigste Förderland produzierte 1970 noch 1000 Tonnen pro Jahr, 70 Prozent Weltmarktanteil. 2004 waren es nur noch 344 Tonnen, in diesem Jahr dürften es gerade 300 Tonnen werden, so wenig wie zuletzt 1930. Mit 14 Prozent Marktanteil ist Südafrika aber immer noch die weltgrößte Fördernation, gefolgt von den USA (262 Tonnen, 11 Prozent) und Australien (258 Tonnen, 10 Prozent). "Es gibt kaum neue große Vorkommen mit hohem Goldgehalt im Gestein", erklärt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der DZ-Bank, das Produktionsdefizit.

Erst sparten die Goldproduzenten in der Baisse der Neunzigerjahre an der Modernisierung der Minen und an der Erforschung neuer Lagerstätten. Jetzt treiben nicht nur die gestiegenen Energie- und Transportpreise die Kosten in die Höhe, jetzt verringern auch noch die gegenüber dem US-Dollar stark gestiegenen Heimatwährungen vieler Produzentenländer die Gewinne. Durch die Aufwertung des südafrikanischen Rand gegenüber dem Dollar beispielsweise verteuerte sich die ohnehin aufwendige Förderung am Kap innerhalb von zwei Jahren um 100 Prozent. Zahlreiche Minen mussten schließen.

Im weltweiten Schnitt kostete 2004 der Abbau von 31,103 Gramm Gold (eine Feinunze) 313 Dollar. Ein Achtel des geförderten Goldes wurde aber so teuer gewonnen, dass es die Kosten nicht einspielte, als der Durchschnittspreis 2004 noch 410 Dollar je Unze betrug. Selbst der Preisanstieg über 500 Dollar hinaus wird das Produktionsdefizit auf dem Goldmarkt nicht rasch beheben. Vom ersten Goldfund bis zur Produktion vergehen im Schnitt acht bis zehn Jahre. Neue Projekte verzögern sich wegen langwieriger Zulassungsverfahren und schärferer Umweltauflagen. In politisch unsicheren Regionen in Afrika, Lateinamerika und Asien schrecken Goldproduzenten trotz aussichtreicher Vorkommen vor den hohen Investitionen zurück. Und an das Gold Russlands trauen sich ausländische Goldunternehmen wegen der unsicheren Eigentumsrechte nur zaghaft über Minderheitsbeteiligungen an heimischen Produzenten heran.

Die Folge: Mit Ausnahme des Goldkonzerns Barrick Gold kann derzeit kein großer Goldkonzern seine Produktion aus eigener Kraft nennenswert hochfahren. "Mit einer raschen Ausweitung der Produktion ist so bald nicht zu rechnen", prognostiziert DZ-Bank-Experte Weinberg.

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