Billiggold boomt
Hauptsache, es glänzt

Bei deutschen und französischen Juwelieren boomt das Geschäft mit Billiggold. Statt hochwertigen Schmuck kaufen die Kunden mehr günstige Legierungen. In anderen Ländern wäre das „Gold der Armen“ verboten.
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Der Goldpreis ist in jedem der vergangenen zwölf Jahre gestiegen. Damit sind auch die Preise für Goldschmuck beim Juweliere kräftig geklettert. Die Kunden kaufen zwar nicht unbedingt weniger Gold, aber sie weichen auf günstigere Alternativen aus. Die Nachfrage nach Goldschmuck mit niedrigerem Feingehalt nimmt zu.

Immer beliebter wird das sogenannte 333er oder 375er Gold, bei dem auf 1000 Gewichtsanteile nur 333 beziehungsweise 375 Anteile reines Gold kommen. Früher wurde es als „Gold der Armen“ verspottet. Doch das billigere Gold ist im Kommen, bestätigt Thilo Brückner vom Bundesverband Schmuck und Uhren in Pforzheim, der rund 180 Hersteller vertritt. Der steigende Goldkurs zwinge die Branche zudem zu mehr Kreativität: „Die Hersteller machen aus der Not eine Tugend und suchen nach neuen Legierungen.“

Außerdem experimentieren die Designer mit neuen Materialien - Eisen, Bronze und Messing etwa in Kombination mit Gold und Silber. Aber auch Aluminium, Edelstahl und Farbsteine würden zunehmend von Gold- und Silberschmieden zu Schmuckstücken verarbeitet.

„Aufgrund der Goldpreisentwicklung der vergangenen Jahres stellen wir durchaus eine Polarisierung im Kaufverhalten der Konsumenten fest. Ein Teil der preissensitiven Klientel geht in Richtung anderer Materialien wie Silber oder Stahl, durchaus auch mit Edelstein oder Brillantbesatz“, sagt Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BVJ).

Niedrige Goldlegierungen würden auch nachgefragt, jedoch nicht so stark wie im Ausland. „Die Kunden kaufen weiterhin überwiegend sehr wertorientiert und sind bereit, in werthaltigen Goldschmuck zu investieren“, meint Dünkelmann. Gold mit einem Feingehalt von 585 oder 750 sei bei deutschen Juwelieren nach wie vor erste Wahl.

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  • Ja, die Young Victoria! Die noch jüngere Version des Jugendbilds der britischen Sovereigns. Und mit der Aufschrift "Australia" und "One Sovereign" auf der Wertseite. Letzteres steht sonst auf keinem drauf. Interessant auch die Legierung! 91,67 % Gold enthalten ja alle, aber der Rest unterscheidet sich! Die australischen enthalten zusätzlich Silber, die alten bis WK I zum Kupfer auch noch den (Weißmacher) Nickel. Die heutigen gefallen mir daher nicht mehr so gut, sie sind technisch perfekt, nur Gold und Kupfer, sonst nix! Und daher viel zu rötlich.

  • "Im übrigen sehen Männer mit Goldschmuck und Rolex aus wie Zuhälter. "
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    Sie haben recht! Soviel Geld könnte ich gar nicht haben, als daß ich mir so ein vulgäres, auffälliges Protz-Stück zulegen würde. Eine Armbanduhr ist ein Nutzgegenstand und eine taktische Armbanduhr hält ganz entschieden mehr aus.

  • Mit dem Young Head der Victoria? Ich habe auch einen, aber aus 1873. Haben Sie einen mit Schild oder Drachentöter? Toll solch altes Handelsgold, nicht?

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