Bodenschätze
Die Bodenschätze der Inuit

In Kanadas Norden graben Geologen nach Metallen und Diamanten, die Region des kanadischen Arktisterritoriums Nunavut erlebt einen Run auf Basismetalle, Eisenerz, Edelsteine und Uran. Doch viele der an Bodenschätzen reichen Landstriche befinden sich im Besitz der Inuit – wie zwei Welten in Einklang gebracht werden sollen.

IQALUIT. Die Boeing 737-200C der Fluggesellschaft Canadian North landet mitten im heftigen Schneesturm in Iqaluit, der Hauptstadt des kanadischen Arktisterritoriums Nunavut. Mit eingezogenen Köpfen eilen die Passagiere über die Landebahn zum Terminal, um der eisigen Kälte zu entkommen. Aber für viele, die aus südlichen Gefilden Kanadas anreisen, sind Iqaluit und Nunavut trotz Kälte ein „Hotspot“: Die Unternehmen der Ankömmlinge sind in der Rohstoffindustrie engagiert. Die Region erlebt einen Run auf Basismetalle, Eisenerz, Edelsteine und Uran.

Einer von ihnen ist Gordon Addie, Vizepräsident und Geologe von Adriana Resources Inc. in Vancouver. Das „Nunavut Mining Symposium 2008“ zieht ihn nach Iqaluit. Mehr als 400 Vertreter von Industrie, Regierung, Inuit-Organisationen und Gemeinden Nunavuts haben sich hier versammelt, um über die aufstrebende Rohstoffindustrie in Kanadas östlicher Arktis zu sprechen. Adriana hat Explorationsrechte im Zentrum des arktischen Festlands. Nahe der Grenze zwischen Nunavut und dem Nordwestterritorium hofft Addie auf ein reiches Vorkommen an Nickel, Kupfer und Platin. Die Unwirtlichkeit ist für ihn ein Segen. „Lägen die Fundstätten weiter im Süden, wären die Rohstoffe schon längst abgebaut.“

Die Rohstoffindustrie in Kanadas Arktis ist wohletabliert. Aber die Zentren liegen in der westlichen Arktis, im Nordwestterritorium und im Yukon-Gebiet. Im heutigen Nunavut (siehe Kasten) waren in den 60er- und 70er-Jahren Rohstoffe entdeckt worden. Die Polaris-Mine auf der Insel Little Cornwallis förderte von 1981 bis 2002 Zink, in Nanisivik an der Nordspitze der Baffin-Insel wurden ebenfalls bis 2002 Zink, Blei und Silber abgebaut. Aber über mehrere Jahrzehnte hinweg konnte sich die Industrie für die Arktis nicht erwärmen. Die Rohstoffpreise waren nicht attraktiv genug. Denn im Gegensatz zum Yukon- und dem Nordwestterritorium gibt es in Nunavut keine einzige Straßenverbindung zwischen den Gemeinden, selbst nach Iqaluit muss alles mit Schiffen oder Flugzeugen gebracht werden.

Hinzu kam ein großer Unsicherheitsfaktor: Kanadas Regierung verhandelte mit den Inuit über Landrechte und die Schaffung von Nunavut, was den Ureinwohnern mehr Einfluss bei der Nutzung ihres Lebensraumes bringen sollte. „Von den späten 70-er bis in die 90-er Jahre herrschte Unsicherheit, wer welche Zuständigkeiten bei den Rohstoffen haben wird. Investoren mögen keine Unsicherheit“, sagt Gordon MacKay, Direktor in Nunavuts Wirtschaftsministerium.

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