BP erwartet fallenden Preis
Ölpreise halten sich deutlich über 71 Dollar

Die Ölpreise haben sich am Freitag deutlich über der Marke von 71 Dollar gehalten. Der jüngste Anstieg des Ölpreises wird nach Einschätzung des Energiekonzerns BP aber keinen Bestand haben.

HB SINGAPUR/LONDON. Die Ölpreise haben sich am Freitag deutlich über der Marke von 71 Dollar gehalten. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juli kostete im frühen Handel 71,50 Dollar und damit 13 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für die Nordseesorte Brent zur August-Lieferung stieg um 14 Cent auf 71,20 Dollar.

Jüngste Konjunkturdaten aus den USA hätten den Optimismus der Anleger mit Blick auf eine baldige Erholung der US-Wirtschaft gefördert, hieß es am Markt. So war das Konjunkturbarometer der Notenbank von Philadelphia (Philly-Fed-Index) am Donnerstag auf den höchsten Stand seit September 2008 geklettert. Zudem legte der Sammelindex der Frühindikatoren so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr zu. Dies habe die Stimmung am Ölmarkt gehoben und damit die Preise gestützt, sagten Händler.

Der jüngste Anstieg des Ölpreises wird nach Einschätzung des Energiekonzerns BP keinen Bestand haben. „Wir erleben gerade ein Preisspitze“, sagte BP-Chefökonom Christof Rühl der Zeitung „Die Welt“. „Schon im kommenden Jahr könnte der Ölpreis wieder gewaltig unter Druck geraten“, wurde er weiter zitiert.

Der Ölpreis war nach seinem Rekordhoch im Sommer vergangenen Jahres von über 140 Dollar pro Fass bis Jahresbeginn 2009 auf nur noch etwa 34 Dollar eingebrochen. In den vergangenen drei Monaten verdoppelte sich der Preis jedoch wieder auf rund 70 Dollar.

Rühl hält es für „unwahrscheinlich, dass der Ölpreis direkt wieder in Richtung 150 Dollar pro Fass durchmarschiert, und für so gut wie ausgeschlossen, dass er sich langfristig auf der jetzigen Höhe festsetzt“. Die anhaltend geringe Ölnachfrage weltweit, hohe freie Reservekapazitäten der Organisation erdölexportierender Länder und die abnehmende Disziplin innerhalb des Opec-Kartells dürften die Preise nach Einschätzung Rühls bald unter Druck bringen.

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