Deutliche Kursgewinne nach US-Arbeitsmarktdaten
Euro auf Erholungskurs

Ein überraschender Rückgang der Beschäftigtenzahlen in den USA hat dem Euro am Freitagnachmittag einen neuen Schub gegeben und ihn innerhalb weniger Minuten um fast einen US-Cent zum Dollar steigen lassen.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf ein neues Tageshoch von 1,1020 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs kurz zuvor mit 1,0923 (Donnerstag 1,0818) Dollar ermittelt hatte. Auslöser für den Kurssprung waren überraschend schlechte Daten zur Arbeitsmarktentwicklung in den USA. Bereits am Donnerstag hatten US-Arbeitsmarktdaten dem Euro Rückenwind gegeben.

Nachdem der Euro sein Tageshoch erreichte, fiel er zwar wieder leicht zurück, hielt aber einen großen Teil seiner Gewinne und notierte um 1,0990 Dollar. Am Vorabend war die Gemeinschaftswährung in New York mit 1,0939 Dollar aus dem Handel gegangen. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,0929 (Donnerstag 1,0827) Dollar festgelegt.

Wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte, sank die Zahl der US-Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im August zum Vormonat überraschend um 93.000. Von Reuters befragte Volkswirte hatten hingegen mit einem Zuwachs von 12.000 Stellen gerechnet. Die US-Arbeitslosenquote ging aber auf 6,1 Prozent zurück, nachdem sie im Juli bei 6,2 Prozent gelegen hatte. Die Zahlen bestätigten die Befürchtung von Analysten, dass die konjunkturelle Erholung in den USA bislang ohne positive Effekte auf die Beschäftigung geblieben ist. Die Daten wiesen auf eine „Jobless Recovery“ - eine Konjunkturerholung ohne Schaffung neuer Arbeitsplätze - hin.

Schon die wöchentlichen US-Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe waren am Vortag höher - und damit schlechter - ausgefallen als erwartet. „Der Markt hat mit Dollarverkäufen auf die Zahlen reagiert, die den Fluss bisher fast durchgehend positiver US-Daten unterbrochen haben“, sagte ein Devisenhändler. Die Zahl der Erstanträge stieg in der abgelaufenen Woche auf 413.000 von 398.000 in der Vorwoche. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 390.000 gerechnet.

Nach Einschätzung der Analysten der Helaba Trust durchlief die US-Volkswirtschaft in den vergangenen neun Monaten einen markanten Stellenabbau. „Dabei wurde der vermeldete Rückgang der Beschäftigung vom Konsensus regelmäßig unterschätzt“, schrieben die Analysten in einem Marktkommentar. Die stagnierende Entwicklung der Beschäftigungskomponente innerhalb der Einkaufsmanagerumfrage deute auch weiterhin nicht zwingend auf einen besseren Arbeitsmarkt hin. Zudem hätten die Verbraucher die Arbeitsmarktbedingungen im August schlechter beurteilt.

Nach Einschätzung der Analysten wird eine möglicherweise gedämpfte Wachstumseuphorie zwar nicht dazu ausreichen, den Abwärtstrend des Euro zum Dollar umzukehren, eine zeitweise Stabilisierung des Euro sei aber wahrscheinlich.

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