Devisen
Anleger geben Dollar einen Korb

Schlechte Daten vom US-Arbeitsmarkt belasten den Dollar. Die ehemalige Weltleitwährung ist so wenig Wert wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Euro kann entsprechend zulegen, scheitert aber an der Marke von 1,40 US-Dollar.

HB FRANKFURT. Die Unsicherheiten bleiben. Die weiterhin angespannte Lage am US-Arbeitsmarkt hat die Skepsis vieler Investoren gegenüber dem Dollar am Freitag bestärkt. Insbesondere zum Yen stand der Greenback unter Druck und fiel erstmals seit Mai 1995 auf unter 82 Dollar. Der Euro stand in der Gunst der Anleger wieder hoch im Kurs, wenngleich Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker mit Bemerkungen über einen zu starke Gemeinschaftswährung den Kurs zeitweilig auf Talfahrt schickte. Der Euro kostete am Nachmittag 1,3942 Dollar und lag damit über seinem US-Vortagesschluss. Zur japanischen Währung rutschte die US-Währung auf bis zu 81,74 Dollar ab.

In den USA war im September die Zahl der Beschäftigten unerwartet gesunken. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 9,6 Prozent. „Im Dienstleistungssektor sind zwar Stellen geschaffen worden, aber das reicht nicht, um den Arbeitsmarkt wieder auf gesunde Füße zu stellen“, sagte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Thomas Amend. Postbank-Volkswirtin Fabienne Riefer sieht eine schleppende Entwicklung am Arbeitsmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft, deren Wachstum stärker als das anderer großer Industrieländer vom privaten Konsum abhängt. „Vor diesem Hintergrund steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die US-Notenbank tatsächlich veranlasst sieht, ein neues Ankaufprogramm für Wertpapiere zur Stützung der Konjunktur zu beschließen.“

In Reaktion auf Junckers Bemerkung während der IWF-Jahrestagung in Washington, er halte den Euro zum Dollar für überbewertet, fiel die Gemeinschaftswährung kurzzeitig auf Werte um 1,3870 Dollar zurück. Juncker sagte zudem, er sei mit einem Euro bei 1,40 Dollar nicht glücklich. Die Gemeinschaftswährung hatte diese Marke am Donnerstag erstmals seit Anfang Februar wieder übersprungen.

Auch Bemerkungen eines führenden US-Notenbankers halfen dem Greenback nur kurzzeitig auf die Beine. Der Chef der Fed von St. Louis, James Bullard, hatte in einem TV-Interview erklärt, eine Lockerung der Geldpolitik sei bei nächsten Sitzung des Offenmarktkomitee Anfang November keine ausgemachte Sache. Das Risiko eines Rückfalls in die Rezession sei in den vergangenen sechs bis acht Wochen gesunken.

Am Rentenmarkt grenzte der Bund-Future in Reaktion auf die US-Arbeitsmarktdaten seine Verluste ein und lag noch elf Ticks im Minus bei 131,53 Zählern. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 2,277 Prozent. Nach den Bemerkungen Bullards war der Bund-Future zeitweilig um bis zu 51 Ticks auf 131,13 Stellen abgerutscht.

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