Devisen
Euro fällt deutlich

Keine neuen Kursrutsche in China, Entspannung auch an den europäischen Märkten – und ein Hinweis auf ein Ausbleiben einer US-Zinserhöhung im September. Der Euro gibt einen Teil seiner Gewinne vom Wochenauftakt ab.
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FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Mittwoch den zweiten Tag in Folge unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,1418 US-Dollar gehandelt, nachdem sie zuvor kurzzeitig bis auf 1,1352 Dollar gefallen war. In der Nacht hatte der Euro noch deutlich über der Marke von 1,15 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1402 (Dienstag: 1,1506) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8770 (0,8691) Euro.

„Der jüngste Höhenflug des Euro war eine Übertreibung“, sagte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank. Die Gegenbewegung vom Vortag habe sich daher fortgesetzt. „Zudem hat auch die EZB deutlich gemacht, dass sie auf die jüngsten Finanzmarktturbulenzen reagieren könnte“, sagte Leuchtmann. Laut EZB-Chefvolkswirt Peter Praet ist die Notenbank bereit, falls nötig, die Geldpolitik weiter zu lockern. Schließlich sei die Gefahr gestiegen, dass die Inflationsrate sich noch langsamer als erwartet dem Ziel von zwei Prozent annähert. Das im Kampf gegen die zu niedrige Inflation aufgelegte milliardenschwere Anleihekaufprogramm biete hier genügend Spielraum.

„Die Aussagen von Praet waren wichtig, da bisher viele Marktbeobachter erwartet hatten, dass die EZB nicht mehr reagieren könnte“, sagte Leuchtmann. „Die EZB hat aber durchaus noch Spielraum, um zu handeln.“ Zuletzt hatte die Erwartung, dass die US-Notenbank wegen der Lage in China auf die erwartete Leitzinsanhebung im September verzichten könnte, den Dollar belastet.

William Dudley, Mitglied der US-Notenbank, bestätigte am Nachmittag diese Erwartung. Eine Zinserhöhung im September sei aus heutiger Sicht „weniger zwingend“ geworden, so Dudley. Der Euro erholte sich daraufhin ein wenig und stieg wieder über die Marke von 1,14 Dollar.  

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7314 (0,7290) britische Pfund, 136,46 (137,84) japanische Yen und 1,0778 (1,0834) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1120,75 (1137,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 31 310,00 (31 580,00) Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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