Devisen
Euro-Kurs fällt unter 1,39 Dollar

Nach dem starken Kursrutsch des Dollars in der vergangenen Woche, konzentrieren sich die Verkäufer am Devisenmarkt nun auf den Euro. Die neu aufflammenden Sorgen über die Verschuldung europäischer Peripherie-Staaten belastet die Gemeinschaftswährung.
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HB FRANKFURT. Der Euro ist am Montag unter die Marke von 1,39 Dollar gerutscht. Damit büßte der Euro die in der vergangenen Woche erzielten Kursgewinne vollständig ein. Nach dem überraschend robusten US-Arbeitsmarktbericht am Freitag sorgte zu Wochenbeginn die Schuldenproblematik in der Eurozone für Druck, wie es am Markt hieß. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,3899 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3917 (Freitag: 1,4084) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7185 (0,7100) Euro.

„Die Verschuldungskrise in der Eurozone ist wieder stärker in den Fokus gerückt“, sagte Devisenexperte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Märkte zweifelten immer stärker an der Zahlungsfähigkeit Irlands. Die Risikoaufschläge des Landes zu sicheren deutschen Staatsanleihen kletterten erneut auf einen Rekordstand. Auch Griechenland sei nach den Wahlen vom Wochenende erneut in das Blickfeld der Anleger geraten. Es gebe nach wie vor zu viele Unsicherheitsfaktoren über das künftige Vorgehen. Am Freitag hatte ein unerwartet kräftiger Stellenaufbau in den USA den Euro massiv unter Druck gesetzt.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker begrüßte unterdessen den Sparkurs des hochverschuldeten Mitglieds Irland. „Das ist eine riesige Anstrengung“, sagte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Dublin es schaffen werde, die Neuverschuldung von in diesem Jahr 32 Prozent der Wirtschaftsleistung wie geplant bis 2014 unter die Marke von 3 Prozent zu drücken. „Am Markt überwiegen weiterhin eher die Zweifel“, sagte Wortberg dazu.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86270 (0,86790) britische Pfund, 112,88 (114,41) japanische Yen und 1,3435 (1,3546) Schweizer Franken festgelegt. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1388,50 (1395,50) Dollar gefixt. Zeitweise war der Goldpreis auf ein Rekordhoch von 1398,35 Dollar gestiegen. Ein Kilogramm Gold kostete 31 810,00 (31 180,00) Euro.

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