Devisen
Höhenflug des Euro hält an

Der Eurokurs legt weiter zu und befindet sich auf dem höchsten Stand seit weit mehr als zwei Jahren. „Der Markt spielt den Dollar-Blues“, fasst eine Analystin zusammen. Der Dirigent: US-Präsident Trump höchstpersönlich.
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FrankfurtDer Höhenflug des Euro an den internationalen Finanzmärkten hält an. Am Mittwoch markierte die Gemeinschaftswährung einen neuen zweieinhalbjährigen Höchststand. Am Vormittag stieg sie bis auf 1,1868 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2015. Bis zum späten Nachmittag fiel der Kurs auf 1,1850 Dollar zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1829 (Dienstag: 1,1812) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8454 (0,8466) Euro.

Schon seit Tagen profitiert der Euro von einer Schwäche des amerikanischen Dollar. Hierzu tragen in erster Linie politische Turbulenzen innerhalb der US-Regierung bei, die zu mehreren Personalwechseln auf hoher Ebene geführt haben. „Der Markt spielt den Dollar-Blues“, umschreibt es Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank. Hinzu kommen durchwachsene Konjunkturdaten, die auf weniger Schwung in der US-Wirtschaft hindeuten. Der Euroraum dagegen setzt seine wirtschaftliche Erholung fort, was den Euro beflügelt.

Dass die Stärke des Euro nicht nur eine Schwäche des Dollar ist, zeigt sich auch am Schweizer Franken. Zur Wochenmitte fiel der Franken zum Euro auf einen neuen Tiefstand seit der Freigabe des Frankenkurses durch die Schweizerische Notenbank SNB Anfang 2015. Im Gegenzug stieg der Euro auf fast 1,15 Franken. Analysten spekulieren mittlerweile, ob die SNB mit gezielten Deviseninterventionen den Abwärtstrend des Franken unterstützt. Der SNB käme ein weiterer Kursverfall gelegen, bezeichnet sie doch den Franken als nach wie vor überbewertet.

Auf einen historischen Tiefstand zum Euro fiel zur Wochenmitte die türkische Lira. Im Gegenzug stieg der Euro bis auf 4,1940 Lira. Analysten führen die Entwicklung zum einen auf den starken Rückenwind des Euro zurück. Zum anderen wird auf die wirtschaftlichen Risiken durch die politischen Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei verwiesen. Darüber hinaus leidet die Lira unter einer hohen Inflation, die deutlich über den Leitzinsen der türkischen Notenbank liegt. Anlagen in der Türkei erscheinen deshalb nicht besonders attraktiv.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89425 (0,89440) britische Pfund, 130,98 (130,53) japanische Yen und 1,1459 (1,1414) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1269,60 (1270,95) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33 820,00 (34 574,00) Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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