Devisen und Rohstoffe
Euro auf neuem Rekordhoch

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag wegen der Sorge vor einem Abrutschen der US-Wirtschaft und weiter fallenden Zinsen in den USA auf ein neues Rekordhoch gesprungen. Auch der Ölpreis legte kräftig zu.

HB FRANKFURT. Zeitweise stand der Euro am frühen Morgen bei 1,5586 Dollar und damit so hoch wie noch nie seit der Einführung des Euro im Jahre 1999. Im weiteren Handelsverlauf hielt sich der Kurs knapp unter dem Rekordwert und notierte bei 1,5554 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch noch auf 1,5477 (Dienstag: 1,5379) Dollar festgesetzt.

Wegen der sich abkühlenden US-Konjunktur dürfte die US-Notenbank die Leitzinsen in der kommenden Woche um mindestens weitere 0,50 Prozentpunkte senken, begründete die Devisenexpertin Tomoko Fujii von der Bank of America die jüngste Rekordjagd des Euro. An den Finanzmärkten werde aber mittlerweile auch auf eine deutliche Zinssenkung um 0,75 Punkte spekuliert. Der Analyst Thomas Lam von der United Overseas Bank sagte zudem, dass die Unsicherheit über das Ausmaß der Zinssenkung in den USA den Dollar noch zusätzlich belastet habe.

Der US-Ölpreis hat sich nach einer neuen Rekordjagd am Donnerstag knapp unter der Marke von 110 Dollar eingependelt. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im April am Morgen 109,43 Dollar. Das sind 49 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Am Mittwochabend war der US-Ölpreis auf den neuen Rekordwert von 110,20 Dollar gesprungen.

„An den Ölmärkten werden die fundamentalen Daten zu Angebot und Nachfrage schlichtweg ignoriert“, sagte der Rohstoffexerte Jan Lambregts von der Rabobank. Nach wie vor würden große Fondsgesellschaften die Ölmärkte als eine lukrative Anlagemöglichkeit nutzen. Zudem sah Lambregts die hohe Inflation und die massive Dollarschwäche als weitere Preistreiber an den Ölmärkten.

„Offensichtlich suchen riesige Kapitalmengen derzeit nach einer geeigneten Parkmöglichkeit“, sagte Lambregts weiter. Rohöl habe sich eben als eine besonders attraktive Anlagealternative für die großen Investoren entwickelt. Die Dollarschwäche und die Aussicht auf weiter sinkende Zinsen in den USA dürfte die Rekordjagd an den Ölmärkten auch in den kommenden Tagen weiter anheizen.

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