Devisen
US-Daten schüren Risikoappetit der Devisenanleger

Positive US-Konjunkturdaten haben dem Euro am Nachmittag einen kräftigen Schub verpasst. Damit zielt die Gemeinschaftswährung wieder auf die wichtige Marke von 1,30 Dollar.
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FrankfurtErmuntert von positiven US-Konjunkturdaten haben einige Anleger am Donnerstag den "sicheren Hafen" Dollar verlassen und bei anderen Währungen zugegriffen. Der Euro verteuerte sich auf 1,2971 Dollar, nach 1,2958 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,2975 (Mittwoch: 1,2993) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7707 (0,7697) Euro.

„Positiv aufgenommene Konjunkturdaten aus den USA und China haben zu einer gestiegenen Risikoneigung geführt und den Euro gestützt“, sagte der Devisenexperte Stephan Rieke von der BHF-Bank. Eine Reihe von US-Konjunkturdaten waren besser als erwartet ausgefallen. Darunter auch Zahlen zum Arbeitsmarkt und der wichtige Einkaufsmanagerindex für die Industrie. „Die Kursgewinne an den Aktienmärkten haben so auch den Euro gestützt“, erläuterte Rieke. „Der Devisenmarkt hat zuletzt immer sehr stark auf die Aktienkursentwicklung reagiert.“ Die Aussichten für den am Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht seien gut.

„Die Finanzmärkte erwarten zudem zunehmend einen Wahlsieg des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama am kommenden Dienstag“, sagte Rieke. Das Programm von Obama scheine an den Finanzmärkten besser anzukommen, da Herausforderer Mitt Romney weitergehende Einsparungen plane. Diese könnten die Konjunktur belasten.

Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager überraschte ebenfalls positiv. Er stieg auf 51,7 Punkte von 51,5 Zählern im Vormonat. Experten hatten einen leichten Rückgang auf 51,2 Stellen vorausgesagt. Ein Wert über 50 Punkten signalisiert Wirtschaftswachstum. "Der ISM-Index hat sich nach dem überraschend deutlichen Anstieg des Vormonats robust gezeigt und bleibt zudem oberhalb der Expansionsschwelle", sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. "Insofern sind Konjunktursorgen nicht angebracht."

Vor diesem Hintergrund trennten sich einige Anleger von Staatsanleihen. Der Bund-Future verlor fünf Ticks auf 141,62 Punkte. Sein US-Pendant, der T-Bond-Future, gab um 63 Ticks auf 148-21/32 Zähler nach. Viele Anleger hielten sich aber vor der US-Präsidentschaftswahl in der kommenden Woche mit Engagements zurück, betonten Börsianer.

Unter starken Verkaufsdruck gerieten die griechischen Papiere. Die Rendite der zehnjährigen Titel stieg auf 18,24 Prozent. Das hoch verschuldete Land hatte am Vortag bekanntgegeben, dass es seine Defizit-Ziele verfehlen wird. Sollte es zum "Grexit", dem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone kommen, müsse mit einem Ausverkauf der Staatsanleihen gerechnet werden, sagte Volkswirt Gabriel Sterne vom Brokerhaus Exotix. "Bei schlechten Nachrichten ist man daher geneigt, Gewinne mitzunehmen."

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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