Devisenbericht
Euro profitiert vom Kompromiss in den USA

Nach der Einigung im US-Haushaltsstreit steigt die Risikobereitschaft bei den Anlegern. Der Euro ist wieder stärker gefragt. Ein bitterer Nachgeschmack bleibe jedoch, sagen Analysten.
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Frankfurt am MainDer Euro hat am ersten Handelstag des neuen Jahres mit Kursgewinnen auf die Einigung im US-Haushaltsstreit reagiert. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Mittwochnachmittag mit 1,3240 US-Dollar gehandelt. Das war etwa ein halber Cent mehr als vor der Zustimmung des US-Kongresses in der Nacht zum Mittwoch. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3262 (Montag: 1,3194) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7540 (0,7579) Euro.

Händler machten die gestiegene Risikoneigung nach der Einigung im US-Haushaltsstreit für die Kursgewinne verantwortlich. Mit dem Verzicht auf Steuererhöhungen für die meisten Amerikaner wurde die Gefahr einer Rezession für die US-Wirtschaft gebannt. Der als risikoreicher geltende Euro sei dadurch gestützt worden, sagten Händler. „Der Euro hat derzeit gute Chancen, zum US-Dollar auf Notierungen deutlich oberhalb von 1,33 Dollar anzuziehen“, erwarten die Volkswirte von HSBC Trinkaus. So sind auch die Risikoaufschläge für Anleihen aus den Krisenländern wie Italien und Spanien stark gefallen. Eine Rezession in den USA hätte auch die Erholung in den Krisenländern belastet und die Rückführung der Haushaltsdefizite erschwert.

Die positive Reaktion der Finanzmärkte auf die Einigung hält Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, allerdings für übertrieben: „Schließlich waren die meisten Beobachter bereits Anfang Dezember überzeugt, dass es rasch zu einer Lösung kommt.“

Der Euro hat im Tagesverlauf einen Teil seiner Gewinne auch wieder abgegeben, nachdem er kurzzeitig bis auf 1,33 Dollar gestiegen war. Die insgesamt gute Stimmung wurde durch den im Dezember stärker als erwartet gestiegenen Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie gestützt. Er signalisiert jetzt wieder eine wirtschaftliche Erholung.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,81400 (0,81610) britische Pfund, 115,38 (113,61) japanische Yen und 1,2090 (1,2072) Schweizer Franken festgelegt. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1693,75 (1664,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 40 140,00 (39 770,00) Euro.

 
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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