Devisenhandel
Euro fällt kurzzeitig auf Viermonatstief

Nach einem kurzen und heftigen Absturz als Reaktion auf die Entscheidungen der EZB fängt sich der Euro wieder bei einem Referenzkurs von 1,3567 Dollar. Auf die EZB-Maßnahmen wird jedoch nach wie vor skeptisch reagiert.
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FrankfurtDer Euro hat am Donnerstag nur für kurze Zeit mit Kursverlusten auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert. Im Tief rutschte der Kurs der Gemeinschaftswährung am Nachmittag auf 1,3503 Dollar und erreichte den niedrigsten Stand seit Anfang Februar. Im weiteren Handel konnte sich der Euro aber schnell erholen und kletterte auf ein Tageshoch bei 1,3654 Dollar. Gegen Mittag hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,3567 (Mittwoch: 1,3627) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7371 (0,7338) Euro.

Die EZB geht in die Vollen, um die Euro-Wirtschaft anzukurbeln. Die neue Geldflut im Währungsraum habe den Euro aber nur kurze Zeit unter Verkaufsdruck gesetzt, hieß es aus dem Handel.

Die Notenbank hatte ihren Leitzins auf ein Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt und den Zins für Bankeinlagen, der seit dem Höhepunkt der Staatsschuldenkrise im Juli 2012 bei 0,0 Prozent lag, auf minus 0,10 Prozent zurückgenommen. Darüber hinaus waren sich alle Währungshüter im EZB-Rat einig, den Geschäftsbanken im Euroraum billige Kredite im Volumen von bis zu 400 Milliarden Euro über vier Jahre zu verabreichen.

Viele Experten äußerten sich jedoch skeptisch zu den Erfolgsaussichten. „Ob die gezielten langfristigen Refinanzierungsgeschäfte ihren Zweck erfüllen, darf bezweifelt werden“, kritisierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein das neue milliardenschwere Kreditpaket für die Geschäftsbanken.

Banken, die das Notenbankgeld abrufen wollen, müssen nämlich Rechenschaft über den Gebrauch der Gelder abgeben. Dies könnte abschreckend wirken. „Die EZB kann sich allerhand einfallen lassen. Solange die Politik aber keine weiteren deutlichen Strukturreformen auf den Weg bringt, wird sich grundsätzlich kaum etwas ändern“, brachte Gitzel seine Kritik auf den Punkt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,81030 (0,81300) britische Pfund, 139,24 (139,78) japanische Yen und 1,2200 (1,2204) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1252,50 (1245,25) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 28 910,00 (28 950,00) Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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