Devisenhandel
Euro profitiert von Stagnation in USA

Der Euro ist am Freitag im Vergleich zum Dollar um nahezu einen US-Cent gestiegen. Grund ist vor allem die stagnierende Industrieproduktion in den USA.
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FrankfurtDurchwachsene US-Konjunkturdaten haben den Dollar am Freitag belastet. Der Euro schaffte es bis auf 1,3178 Dollar und gewann damit zum späten Vortagesgeschäft nahezu einen US-Cent. „Nach den US-Daten hat wohl der ein oder andere Devisenhändler noch einmal die Idee von QE drei ausgepackt“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Aber aus unserer Sicht gibt es dafür nach wie vor keinen Grund.“ Die US-Notenbank Fed selbst hatte nach ihrer Sitzung Anfang dieser Woche keinerlei Signal gegeben, dass sie die Wirtschaft mit neuerlichen Geldspritzen (QE 3) ankurbeln will.

Angetrieben vom deutlich teurer gewordenen Öl sind im Februar die Verbraucherpreise in der weltgrößten Volkswirtschaft um 0,4 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit zehn Monaten nicht mehr. Analysten verwiesen allerdings darauf, dass die Kerninflation zum Vormonat lediglich um 0,1 Prozent anzog und damit weiter moderat bleibe.

Bei einer deutlich anziehenden Teuerung wird es mit Blick auf die Preisstabilität für die Fed schwerer, die Geldpolitik zu lockern. „Wir gehen davon aus, dass die Kerninflation bei der Fed für eine gewisse Erleichterung sorgt“, kommentierte daraufhin Devisenstratege Ray Attrill von BNP Paribas.

Das von der Uni Michigan und Reuters erfasste US-Verbrauchervertrauen für März ist überraschend gefallen, und die US-Industrieproduktion ist im Februar auf der Stelle getreten (Prognose: plus 0,4 Prozent). „Von Monat zu Monat können diese Daten sehr variieren und sind daher sehr volatil“, kommentierte Investmentstratege Jack de Gan von Harbor Advisory.

Man müsse sich die Entwicklung über einen längeren Zeitraum ansehen, und da gebe es vom Arbeitsmarkt bis zum Konjunkturindex der New York Fed durchweg ermutigende Signale.

Am Rentenmarkt realisierten Anleger zum Wochenausklang weiter ihre Gewinne. Der richtungsweisende Bund-Future fiel um bis zu 1,21 Zähler auf 135,27 Zähler. Die zehnjährigen Bundesanleihen verloren ebenfalls knapp einen Zähler, so dass die Rendite bis auf 2,07 (spätes Vortagesgeschäft: 1,97) Prozent stieg. Zu Wochenbeginn hatte die Rendite bei 1,7 Prozent gelegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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