Devisenmarkt
Euro profitiert von überraschend niedriger US-Inflation

Der Euro hat am Freitag nach frischen US-Inflationsdaten von kräftigen Verlusten des Dollar profitiert. Binnen weniger Minuten wertete der Greenback um einen Dreiviertel Cent ab.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung stieg umgekehrt auf 1,3174 Dollar nachdem sie zuvor um die Marke von 1,31 gependelt hatte und teilweise sogar darunter gefallen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs für den Euro auf 1,3106 fest.

Händler sagten, die niedriger als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft hätten Spekulationen auf eine baldige Senkung des Leitzinses durch die US-Notenbank (Fed) neue Nahrung gegeben. „Nach diesen Daten ist klar, die Inflation ist kein Hindernis für die Fed, die Zinsen zu senken“, sagte Analyst Lothar Hessler von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die US-Verbraucherpreise haben sich im November in der Kernrate (ohne Lebensmittel und Energie) nicht verändert. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt auf Monatsbasis einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet.

Experten rechnen seit geraumer Zeit damit, dass die Fed schon bald ihre Geldpolitik lockern könnte, um der vom Immobilienmarkt ausgehenden Verlangsamung der Wirtschaftsdynamik in den Vereinigten Staaten zu begegnen. Bislang hatten die Notenbanker jedoch stets betont, dies werde nur dann geschehen, wenn auch die Inflation abnehme. „Darum braucht sich die Fed aber offenbar keine Sorgen zu machen. Damit ist der Weg nun für Zinssenkungen theoretisch frei“, sagte ein Devisenexperte. Der Schlüsselzins der Fed für die Versorgung der US-Wirtschaft mit Zentralbankgeld liegt derzeit bei 5,25 Prozent.

Der Yen stand am letzten Handelstag der Woche weiter unter Druck, profitierte allerdings im Handelsverlauf von der Abwertung des Dollar. Obwohl das Vertrauen der japanischen Unternehmen in die weitere wirtschaftliche Entwicklung auf den höchsten Stand seit zwei Jahren kletterte, setzte sich die Abwertung der asiatischen Leitwährung fort. Analysten in Tokio sagten, der Tankan-Bericht sei zu schwach ausgefallen, um Spekulationen auf eine Zinserhöhung durch die japanische Notenbank in der kommenden Woche zu unterstützen. Das Zinsniveau in Japan liegt nahe null. Damit sind Finanzinvestments in Yen im Vergleich zu anderen Währungen weniger attraktiv. Ein Euro kostete am Nachmittag 155,10 Yen, für einen Dollar mussten 117,70 Yen bezahlt werden.

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