Devisenmarkt
EZB-Kurs enttäuscht Euro-Anleger

Die europäische Gemeinschaftswährung pendelte um die 1,25-Dollar-Marke. Analysten machen das am unveränderten Leitzins der EZB fest. Nun ist die Anhörung von Fed-Chef Ben Bernanke im Blick der Anleger.
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FrankfurtDie Zurückhaltung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Euro-Krise hat die Devisenanleger zumindest zeitweise enttäuscht. Die Gemeinschaftswährung fiel am Mittwoch bis auf 1,2440 Dollar zurück, nachdem sie am Vormittag noch auf 1,2528 Dollar gestiegen war. Am späten Nachmittag pendelte sie in einem volatilen Handel um die 1,25-Dollar-Marke.

Die Notenbanker um EZB-Chef Mario Draghi beließen ihren Leitzins trotz der zunehmenden Probleme in Griechenland und Spanien bei einem Prozent. Laut Analysten gab der Italiener auch keinen Hinweis auf eine mögliche Zinssenkung im Juli. "Die indirekte Botschaft Draghis lautet: Wir haben erst einmal genug getan, nun ist die Politik an der Reihe", sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus.

Erwartungsgemäß verlängerte die Zentralbank allerdings ihre Rundumversorgung für die Banken in der Währungsunion bis mindestens Anfang kommenden Jahres. "Damit signalisiert der EZB-Rat, dass bei einer weiteren Zuspitzung der Krise und einer stärkeren Abkühlung der Konjunktur Handlungsbereitschaft besteht", schrieb Helaba-Analystin Viola Julien in einem Kommentar.

Nach der EZB-Sitzung richtet sich die Aufmerksamkeit der Investoren bereits auf die nächste Notenbank: die Fed. Die US-Währungshüter werden am 20. Juni über ihren weiteren Kurs entscheiden. Laut der jüngsten Reuters-Umfrage rechnen 35 Prozent der befragten Händler mit einer Verlängerung der sogenannten "Operation Twist" - gemeint ist damit eine Umschichtung des Anleiheportfolios, bei der kurzfristige durch langfristige Anleihen ersetzt werden. Durch diesen Schritt könnte die Fed die langfristigen Zinsen drücken und so die Wirtschaft ankurbeln. Das Programm läuft im Juni aus.

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Leichte Entspannung am Rentenmarkt

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  • "Deutschland pocht auf die bestehenden Regeln," während die gesamte EU-Kommission sich dafür ausgesprochen hat dass Banken in Not künftig direkt aus dem Euro-Rettungsfonds rekapitalisiert werden könnten.
    Schon wieder die deutsch-nationale Einstellung, Hauptsache es geht mir gut.
    Warum verlässt Deutschland nicht die EU und die Währungsunion einfach.
    Keiner wir Deutschland nachtrauern!

  • Ergänzung

    Bis 2014 sagte er-> Bloomberg com.

  • Vollste Zustimmung!

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