Edelmetalle
Eine Feinunze Platin kostet weniger als 900 Dollar

Die Edelmetalle bieten kein einheitliches Bild. Gold zählt wohl zu den wenigen Gewinnern der internationalen Finanzkrise. Die Preise für Platin oder Silber sind dagegen regelrecht abgestürzt – Platin leidet vor allem unter den Einbrüchen bei der Autonachfrage.

DÜSSELDORF. „Ob kleines oder großes Vermögen; Anleger setzen in der Krise auf Barren und ETFs (börsennotierte Fonds). Spekulanten brauchen dagegen Cash und (müssen) verkaufen“, kommentierte die Heraeus Metallhandelsgesellschaft die Entwicklung am Goldmarkt. Mitte September war der Goldpreis bis auf das Jahrestief von 736 Dollar gefallen und hat sich inzwischen deutlich erholt. Für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurden in London zuletzt rund 785 Dollar gezahlt. Unter heftigen Preisschwankungen war zuvor zeitweise sogar erneut die Marke von 900 Dollar übersprungen worden. Gleichwohl notiert Gold weit unter dem Rekordhoch von Mitte März; damals war es bis auf 1 030 Dollar gestiegen.

Die weiteren Aussichten für Gold sind zwiespältig. Einerseits spricht die unverändert hohe Risikoabneigung der Investoren für anhaltend hohe Preise. „Dies ist ein unterstützender Faktor für Gold“, urteilt etwa die Dresdner Bank. Andererseits bremst die globale wirtschaftliche Abschwächung die Ölpreise und damit den Inflationsdruck. Gold dient üblicherweise zur Absicherung gegen eine steigende Inflation. Tendenziell spricht dies also eher für rückläufige Notierungen. Hinzukommt der wieder stärkere Dollar; traditionell entwickeln sich Gold und US-Devise gegenläufig.

Ganz anders sieht es bei den anderen Edelmetallen aus. Besonders gebeutelt wurde Platin. Zum ersten Mal seit November 2005 ist der Preis unter 900 Dollar je Feinunze gerutscht. Das Edelmetall wird vor allem in Autokatalysatoren eingesetzt und gilt daher inzwischen eher als Industriemetall. Entsprechend leidet es unter der drohenden Rezession und den Einbrüchen bei der Autonachfrage. Experten haben bislang mit einem Angebotsdefizit am Platinmarkt gerechnet, inzwischen gehen sie sogar von einem Überschuss in diesem und im nächsten Jahr aus.

Ähnlich stark wie Platin ist Silber unter Druck. Erstmals seit Mitte Juni 2006 kostet das Metall weniger als zehn Dollar. Der Preis hat sich seit Mitte August halbiert. Auch Silber gilt als Industriemetall, wurde aber in den vergangenen Jahren verstärkt auch zu Anlagezwecken gekauft.

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