EU diskutiert Abschaffung
Kleinen Cent-Münzen droht das Ende

Viele Bürger finden sie ohnehin lästig und überflüssig – nun erwägt die EU tatsächlich die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Letztlich sind es aber die einzelnen Regierungen, die darüber entscheiden müssen.
  • 34

BrüsselZu teuer und zu unpraktisch: Ein- und Zwei-Cent Münzen könnten schon bald aus den Portemonnaies verschwinden. Die EU-Kommission stellt die kleinsten Münzeinheiten im Euro-Währungsraum auf den Prüfstand und kann sich deren Abschaffung vorstellen.

„Vier mögliche Szenarien sind denkbar, von einer Beibehaltung der derzeitigen Stückelung bis hin zur Abschaffung der Münzen“, schreibt die EU-Behörde in einem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Bericht. Als Alternative könnte man die Produktion der Münzen verbilligen - indem etwa die materielle Zusammensetzung der Cent-Stücke geändert wird - oder die Produktion langsam ausklingen lassen.

Der Grund: Für die Staaten ist die Herstellung der Kupfermünzen wegen der steigenden Rohstoffpreise ein Verlustgeschäft. Die Produktion ist teurer als der Nennwert der Münzen. Seit der Einführung des Euro-Bargeldes im Jahr 2002 belaufe sich diese Differenz auf rund 1,4 Milliarden Euro, schreibt die EU-Kommission.

Nun werde man mit den Mitgliedsstaaten und Interessenvertretern über die Münzfrage diskutieren. „Wir werden sehen, ob sich eine eindeutige Präferenz ergibt, auf der wir einen Gesetzesvorschlag begründen können“, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn, ohne eine Frist zu nennen. Über eine mögliche Abschaffung müssen letztlich die EU-Regierungen entscheiden. Bislang galt ein solcher Schritt als unwahrscheinlich.

Die Frage nach dem Nutzen von Kleinmünzen ist ein Dauerbrenner und taucht seit der Einführung des Euro-Bargeldes immer wieder auf. Das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten hatten die EU-Kommission aufgefordert, Kosten, Nutzen und öffentliche Akzeptanz der beiden kleinsten Euro-Geldstücke zu untersuchen. Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank (EZB) auch die Zukunft des 500-Euro-Scheins infrage gestellt. Der violette Geldschein steht im Ruf, vor allem von Steuerhinterziehern und Kriminellen benutzt zu werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EU diskutiert Abschaffung: Kleinen Cent-Münzen droht das Ende"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ich finde es gut so wie es ist..
    und an der Kasse ärger ich mich über die Kartenzahler..
    das dauert nämlich länger als mein Kleingeld ;)
    durch die Aufrundung wird alles teuer
    bekomm ich meine Rente dann auch aufgerundet..
    am Besten so auf den nächsten Hunderter..

  • Ein weiterer Schritt in die Diktatur. Dazu ist die Abschaffung von Bargeld notwendig . Nur so gelingt die Kontrolle, Manipulation und Sanktionierung von Mobilität und Aktivität jedes einzelnen Bürgers. Von oben herab wird der 500er abgeschafft ( weil man ihn angeblich nicht braucht: Die schauerlichste Verdummung. Natürlich brauchen wir ihn heute mehr denn je. Angesichts des sinkenden Wertes des Papier-Spielgeldes wäre sogar ein 1000er sinnvoll). Von unten die Cent. Hat man lange genug daran geknabbert dann lässt sich die völlige Abschaffung umso leichter durchsetzen. Alles zusammen völlig ausreichend um von Hochverrat zu sprechen. Einer von mehreren Gründen.

  • @Fredi
    Sie haben aber eine eigenartige Argumentation.

    Wenn ich Sie recht verstanden habe, dann reden Sie gegen die AfD und begründen dies damit, dass der Ausstieg aus dem Euro zu teuer sei. Die etablierten Parteien hätten schon zu hohe Schulden angehäuft.

    Wenn ich mir diesen Gedankengang verinnerliche, dann komme ich doch nur zu dem Ergebnis, dass die etablierten Parteien (Regierung und Opposition) schon heute dem Volkswohl in dem von Ihnen beschriebenen Maße geschadet haben. Für mich gäbe es dann nur die Frage, ob man sie heute oder morgen aus Berlin vertreiben muss. Einen Unterschied zwischen den Parteilagern sehe ich kaum. Es gibt zwar in den Reden gewisse rhetorische Unterschiede, im tatsächlichen Handeln sind sie jedoch gleich.

    Wenn Sie die Reden von Herrn Steinbrück beispielsweise nehmen, dann erkennen Sie, dass dessen Handeln überhaupt nicht zu dessen "Klartext" passt. Er definiert den Sinn seiner Wörter einfach um!

    Schwieriger wird dann die Frage nach der Wahlalternative. Hier gilt es dann zu entscheiden zwischen den Piraten, der AfD und, wenn man so will, den LINKEN. Letztere haben bekanntlich im Spiel der anderen Bundestagsparteien nicht mitgespielt.

    Bekanntlich haben viele Wähler in Deutschland, insbesondere im Westen, (noch) ein Problem mit deren Wahl. Es ist jedoch aus dem Ausland bekannt (und hier speziell aus den USA), dass in Deutschland schon lange ein Rutsch Richtung Kommunismus ausgemacht wird. Danach wäre dies ohnehin nur eine Frage der Zeit.

    Wenn also alle das was Sie offensichtlich nicht wollen verhindert werden soll, dann stehen die etablierten Parteien (Regierung und Opposition) vor einem gewaltigen internen personellen Umbruch. Dem würde ich zustimmen wollen.

    Offen bleibt dann noch zu klären, wie die heutigen Politiker zur Wiedergutmachung herangezogen werden bzw. herangezogen werden können. Ansatz könnte da die Umsetzung der internationalen Forderung der Aufnahme der Abgeordnetenkorruption in das deutsche Strafrecht sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%