Euro unter 1,43 Dollar
Griechenlandkrise belastet Euro

Die erneute Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch Standard & Poor?s lässt die europäische Schuldenkrise wieder in den Focus rücken und belastet die Gemeinschaftswährung.
  • 0

Frankfurt Der Euro ist zu Wochenbeginn weiter von der erneut hochkochenden Schuldenkrise belastet worden. Am späten Montagnachmittag sank die Gemeinschaftswährung erstmals seit Mitte April unter die Marke von 1,43 US-Dollar. Im Tief kostete der Euro 1,4256 Dollar und damit rund eineinhalb Cent weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,4397 (Freitag: 1,4501) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6946 (0,6896) Euro.

"Die europäische Schuldenkrise rückt wieder in den Vordergrund", kommentierte Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank das Marktgeschehen. Nachdem der Euro bereits zum Wochenausklang von Gerüchten über einen möglichen Austritt Griechenlands aus dem Währungsraum belastet worden war, gab es am Montag einen abermaligen Rückschlag für den größten Euro-Schuldensünder. So senkte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit Griechenlands abermals um zwei Noten. Es war die zweite deutliche Herabstufung innerhalb gut eines Monats.

Darüber hinaus beließ S&P den Ausblick für die Bonität Griechenlands auf negativ, was weitere Herabstufungen möglich macht. Die Kreditwürdigkeit Athens liegt bereits seit langem klar im sogenannten "Ramsch-Bereich", mit dem Ratingagenturen spekulative Anlagen kennzeichnen. Erneut hochgekocht war die Schuldenkrise am Freitagabend, als ein geheimes Treffen großer Euro-Länder zur Griechenlandkrise bekannt wurde. Dass das Treffen zunächst dementiert und erst zu später Stunde zum Inhalt Stellung genommen wurde, bezeichnete Expertin Praefcke als "ungeschickte Kommunikation".

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87925 (0,88390) britische Pfund, 116,28 (116,50) japanische Yen und 1,2617 (1,2668) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1502,00 (1486,50) Dollar festgelegt. Ein Kilogramm Gold kostete 33.060,00 (32.260,00) Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro unter 1,43 Dollar: Griechenlandkrise belastet Euro"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%