Experten-Umfrage
Megatrends bieten Chancen

Die Dynamik der globalen Megatrends Rohstoffe, Energie, Klimawandel, Wasser, Infrastruktur, Nanotechnologie und Biotechnologie hält ungeachtet des Subprime-Debakels an. Davon sind vom Handelsblatt befragte Ökonomen und Analysten überzeugt.

FRANKFURT. „Es gibt wichtige fundamentale Treiber für diese Megatrends, die sich durch die Finanzkrise grundsätzlich nicht geändert haben“, sagt Norbert Rücker von der Bank Julius Bär. Die entscheidenden Impulse für das Entstehen solcher lang anhaltenden Trends resultieren aus strukturellen Veränderung der Weltwirtschaft wie der Globalisierung und der damit einhergehenden zunehmenden ökonomischen Macht der Milliardenvölker Chinas und Indiens.

„Die Megatrends, die in den vergangenen Jahren durch die fortschreitende Industrialisierung großer Schwellenländer angestoßen worden sind, werden durch die Wehen der Subprime-Krise nicht aufgehalten werden können", sagt Hans-Jürgen Klisch, Geschäftsführer des deutschen Ablegers der US-Investmentbank Raymond James & Associates. Diese Aussage gelte vor allem auch deshalb, weil die Industrialisierung Chinas und Indiens in jüngster Zeit eine immer stärkere Eigendynamik entwickle.

Als sicherste Bank für Kapitalanleger sehen Klisch und Rücker den globalen Energiesektor. Grund: das Ende des Ölzeitalters und eine allgemeine Energieverknappung ist absehbar. Der Energiesektor biete auf Jahre hinaus große Investmentchancen, heißt es bei den Fachleuten. Sie stützen sich auch auf Aussagen der Internationalen Energieagentur (IEA). Die Experten dieser multinationalen Vereinigung haben das globale Energiesystem in seiner jetzigen Form als nicht nachhaltig und einen Wandel als dringend notwendig bezeichnet.

Da der heutige Energiemix zahlreiche negative Folgen für die Umwelt hat, und darüber hinaus für die kommenden Generationen bislang nicht gedeckte Kosten verursacht, ist eine Trendwende im Energiemix zwingend. Hier werden in den kommenden Jahren die Themen Bioenergie, Uran (Atomenergie) und Kohle eine zunehmende Rolle spielen. Letztlich könne nur über eine künftig sauberere Energie-Infrastruktur das Ziel der Verlangsamung des Klimawandels – eines weiteren Megatrends – erreicht werden, sagen die Befragten.

„Das Bewusstsein und das Verständnis rund um den Komplex Klimawandel hat in den vergangenen Monaten auf allen Ebenen bereits sehr stark zugenommen“, sagt Rücker. Ebenso wie Richard Sandor, Gründer großer Klima- und Emissionshandelsbörsen wie der Chicago Climate Exchange und der European Climate Exchange, erwartet auch Rücker, dass es in den USA in Sachen Klimaschutz eine zunehmende gedankliche Öffnung geben wird. „Die USA werden gar nicht anders können, als sich künftig mit Lösungsvorschlägen im Klimaschutz in der Welt besser zu positionieren“, sagt Rücker.

Bei den Themen Energie und Klimawandel seien ebenso wie bei anderen als Supertrends ausgemachten Wirtschaftszweigen – so zum Beispiel bei Rohstoffen – für die kommenden Jahre riesige Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur notwendig. An dieser Stelle sehen Fachleute einen engen Zusammenhang mit der aktuellen Krise an den Finanzmärkten. Denn die Finanzierung dieser Projekte könne sich möglicherweise als schwieriger erweisen als zuletzt angenommen, sagen einige Ökonomen.

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