Experten verweisen auf andere Finanzquellen
Deutschland lehnt IWF-Goldverkauf ab

Zur Finanzierung des Schuldenerlasses für sehr arme und hoch verschuldete Länder (HIPIC-Initiative) ist es nicht erforderlich, Gold aus den Beständen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu verkaufen. Diese Einschätzung verlautet aus der deutschen Delegation, die die Frühjahrstagung des IWF am Wochenende in Washington besuchen wird.

mak FRANKFURT/M. Ein vollständiger Schuldenerlass für die 38 HIPIC-Länder koste den öffentlichen Sektor zwar 58 Mrd. Dollar, wenn man alle bilateralen Kredite von 31,1 Mrd. Dollar und alle multilateralen Kredite von 26,9 Mrd. Dollar einbeziehe. Davon entfielen auf den IWF aber lediglich 9,2 Mrd. Dollar. 5,4 Mrd. Dollar seien abgedeckt durch Mittel, die beim IWF ohnehin für die HIPIC-Länder zur Verfügung stünden. Die verbleibenden 3,8 Mrd. Dollar ließen sich aus der so genannten „Poverty Reduction and Growth Facility“ abzweigen – einer Reserve, die zur Reduzierung der Armut und Förderung des Wachstums vorgehalten wird. Das würde zwar bedeuten, dass unter diesem Budgetposten künftig weniger Geld bereit stehe. Man brauche aber auch wenig Mittel, um Wachstum zu generieren, weil sie durch den Schuldenerlass zusätzlich zur Verfügung stünden.

Die deutsche Delegation geht davon aus, dass das Thema Schuldenerlass in Washington ähnlich kontrovers diskutiert wird wie bei dem G7-Gipfel im Februar in London. Nach wie vor ist offen, welchen Ländern in welchem Umfang ihre Schulden erlassen werden sollen und zu welchen Konditionen. Deutschland will den Schuldenerlass auf die HIPIC-Länder beschränkt sehen. Nicht berücksichtigt wären damit Problemfälle wie der Sudan. Diese würden die Umschuldungskosten noch einmal deutlich erhöhen. Großbritannien tritt dafür ein, den Kreis der Begünstigten auf die 66 Länder auszuweiten, deren Jahreseinkommen unter 895 Dollar liegt und die von der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA) konzessionäre Entwicklungshilfedarlehen erhalten haben. Noch wichtiger als die Finanzierungsfrage zu klären, sei es aber, zunächst die Absorptionsfähigkeit der betreffenden Länder zu untersuchen und Tragfähigkeitsanalysen zu erstellen, sagte ein Delegationsmitglied.

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