EZB-Studie
Der Euro verliert an Einfluss in der Welt

Wer die Kräfteverhältnisse auf der Welt kennen will, muss sich anschauen wie das Geld verteilt ist: Der Dollar bleibt die Nummer eins. Der Euro verliert an Bedeutung. Ein weiterer Herausforderer wartet schon.
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DüsseldorfEinst träumte Europa davon, der Euro werde zur neuen Weltwährung aufsteigen; eine Konkurrenz für den Dollar. Doch seit der Schuldenkrise verliert die Gemeinschaftswährung an Bedeutung. Das belegt ausgerechnet eine aktuelle Studie der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die EZB hat die weltweiten Währungsreserven untersucht, also in welchen Währungen die Zentralbanken das meiste Geld parken. Anders als der Wechselkurs, der den Wert einer Währung angibt, spiegeln diese Zahlen das Kräfteverhältnis der Währungsräume untereinander wider. Die Welt der Währungen wandelt sich immer nur schleichend, dann aber nachhaltig.

Der US-Dollar war auch im Jahr 2012 die Nummer eins. Nach Angaben der EZB waren genau 61,9 Prozent der weltweiten Währungsreserven in Dollar angelegt. Der Euro kam auf 23,9 Prozent, das Britische Pfund auf vier Prozent, dahinter der Yen auf 3,9 Prozent. Alle anderen Währungen zusammen machten etwas mehr als sechs Prozent aus – was immer noch vergleichsweise wenig ist, gleichzeitig aber so viel wie nie.

Der Anteil des Euros ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Im Jahr 2010 waren noch 25,8 Prozent der weltweiten Reserven in Euro angelegt, zwei Jahre später waren es knapp zwei Prozentpunkte weniger. Das hört sich überschaubar an. Wenn man aber bedenkt, wie lange der Euro gebraucht hat, um sich vorzuarbeiten, dann erhalten schon kleine Veränderungen große Bedeutung. Seit der Schuldenkrise ist der Euro auf dem Stand abgesunken, auf dem er schon im Jahr 2000 war. Damals lag der Anteil an den Währungsreserven ähnlich hoch wie heute.

Experten sind sich einig, dass die Schuldenkrise dem Euro geschadet hat. „Es ist völlig klar, woran es liegt“, sagt Ulrich Leuchtmann, Chefanalyst für Devisen der Commerzbank. „Der galt nicht länger als sicherer Hafen, sondern wurde als Risikowährung angesehen. Das hat sich in den internationalen Devisenreserven niedergeschlagen.“

Die EZB drückt es etwas anders aus, meint aber dasselbe, wenn sie in ihrer Studie schreibt, dass die „anhaltende Zersplitterung“ innerhalb der Euro-Zone ein Problem für den Euro darstelle.

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Noch dominiert der Dollar

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Kommentare zu " EZB-Studie: Der Euro verliert an Einfluss in der Welt"

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  • Der weltweite Einsatz einer Währung sollte generell verboten werden! Eine Währung darf nur innerhalb eines Landes oder Staatenunion gelten! Handelstätigkeiten sind immer in Naturalien zu bezahlen (= Tauschhandel) wie es sich gehört. Nur mit so einem System wird man nicht ver@rscht und schafft dadurch mehr Gerechtigkeit in der Welt!

  • Ja es ist bekannt das eine Entität die ganze Welt full spectrum dominiert und dadurch rettungslos verschuldet ist. Das es Europa ist war mir jedoch nicht so klar, vielen Dank.

  • So ein Schwachsinn! Die Südländer sind definitiv pleite. Man kann schon ein kurzfristiges Plus mit Kreditexpansion erreichen. Doch leider sind diese Kredite ungedeckt. Teilweise können die Zinsen auf unser versenktes Geld nicht mehr gezahlt werden. Dadurch wird die noch vorhandene Kohle abgezogen. Leider hat sich das meiste Geld aufgrund fauler Kredite aufgelöst.

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