EZB-Vize über Ölpreisschock
„Geldpolitik kann das nicht korrigieren“

Zu Wochenbeginn sind die Rohölpreise auf den niedrigsten Stand seit sechseinhalb Jahren gefallen. Grund dafür war die Furcht vor einem Konjunktureinbruch in China. Die Europäische Zentralbank ist machtlos.
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MannheimDie Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung ihres Vize-Präsidenten Vitor Constancio alle geldpolitischen Mittel einsetzen, falls sich die Inflationsaussichten verschlechtern sollten. „Der EZB-Rat steht bereit, alle verfügbaren Instrumente innerhalb ihres Mandats anzuwenden,“ sagte Constancio am Dienstag auf einem Kongress in Mannheim.

Den jüngsten Fall der Ölpreise, der wiederum wichtig für die Teuerungsrate ist, wertete er als vorübergehende Entwicklung. „Der Ölpreis wird nicht auf null sinken.“ Mit geldpolitischen Mitteln ließen sich solche externen Schocks nicht verhindern. „Geldpolitik kann das nicht korrigieren.“ Zu Wochenbeginn hatte die Furcht vor einem Konjunktureinbruch in China die Rohölpreise auf den niedrigsten Stand seit sechseinhalb Jahren gedrückt.

Constancio zufolge wird das über eine Billion Euro angelegte Wertpapier-Kaufprogramm der Währungshüter dafür sorgen, dass sich die Inflation im Währungsraum wieder nach oben bewegt. Die volle Umsetzung werde eine nachhaltige Rückkehr der Teuerungsrate in Richtung des EZB-Ziels von knapp zwei Prozent nach sich ziehen. Dieser Wert wird als ideal für die Wirtschaftsentwicklung angesehen. Zuletzt lag die Inflation im Währungsraum aber weit davon entfernt - im Juli lediglich bei 0,2 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Deflation ist nicht das Problem! Es gibt über die vergangenen 140 Jahre keinen statistischen Zusammenhang zwischen sinkenden Verbraucherpreisen und einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung. Sehr wohl gibt es einen statistisch nachweisbaren Zusammenhang zwischen platzenden Aktien- und Immobilienblasen und einer wirtschaftlichen Rezession. Die FED in Amerika hat dies offenbar erkannt, da dort Zinserhöhungen im Gespräch sind. Die FED tut dies sicher nicht aus Angst vor Inflation, sondern wegen der Blasen.

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