Farmland-Investments
Investoren lieben Agrarland

Farmland ist in den Zeiten der Finanzmarktkrise ein gefragtes Gut. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und der daraus ansteigenden Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln, stecken immer mehr Länder ihre Überschüsse in die Agrarwirtschaft. Folge: Die Preise für Ackerland schießen vielerorts in die Höhe.

FRANKFURT. "Ackerland ist ein wertbeständiges Anlagegut mit Inflationsschutz", sagt Ottmar Lotz von der vor dem Börsenlisting stehenden Agrarius AG in Bad Homburg. Die Gesellschaft hat bei Anlegern Kapital für Agrarland-Investments in Rumänien eingesammelt. Vor dem Hintergrund der globalen Nahrungsmittelkrise und der alarmierenden Versorgungslage, die sich in niedrigen Getreidebeständen zeigt, ist Farmland ein "heißes" Investmentthema.

In den USA erreichen die Preise für Ackerland Jahr für Jahr neue Rekorde; Großbritannien und Brasilien melden für das erste Halbjahr 2008 Preiserhöhungen um 24 Prozent beziehungsweise um rund 20 Prozent. Die Gründe für die Preisexplosion liegen auf der Hand. Auch wenn weltweit bis zum Jahr 2020 nach Schätzungen der Experten der Agrarhandelsfirma Toepfer noch eine Fläche von 88 Millionen Hektar zusätzlich ackerbaulich genutzt werden kann, sind die auf dem Globus vorhandenen und genutzten Agrarflächen nicht beliebig vermehrbar.

Investments in Ackerland dürften wegen der zunehmenden Weltbevölkerung, der daraus resultierenden höheren Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln und wegen der absehbar höheren Preise für Agrarrohstoffe auf Sicht stabile Erträge abwerfen. Das weltweit verfügbare Agrarland müsse effizienter genutzt werden, fordert Bernhard Chilla von der Alfred einer Tochter des US-Agrarriesen ADM. Das Potenzial zur Erschließung ungenutzter Flächen sei jedoch begrenzt, sagt der früher für Aventis, Bayer und Agrevo tätige Agrar-Experte Gerhard Prante. Im Handelsblatt-Gespräch weist er auf kritische Klimabedingungen zahlreicher Regionen und die mangelnde Infrastruktur vieler Länder als Hürde für eine effizientere Nutzung hin.

"Da in den nächsten 25 Jahren mit einer Verdopplung der Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln gerechnet wird, müssen bisher brach liegende Felder zusätzlich unter den Pflug genommen werden", fordert Chillas. Weitgehend ausgereizt sei das Flächenpotenzial in der EU, während in Süd- und Mittelamerika noch erhebliche Flächenreserven von 41 Mill. ha schlummerten. In Subsahara-Afrika könnten 19 Mill. ha in Produktion genommen werden und in den Staaten der früheren Sowjetunion weitere 18 Mill. ha. "In Russland ist das Interesse der Großinvestoren an Farmland-Investments riesig", sagt Prante, der heute Vorstandsmitglied der Agrarius AG ist und zuletzt russische Oligarchen bei Farmland-Investments beraten hat.

Der weltweite Wohlstandstransfer, der nicht zuletzt durch die Entwicklung an den Energiemärkten ausgelöst wurde, hat dazu geführt, dass immer mehr Ölproduzentenländer in den Schwellenländern Agrarland kaufen oder pachten. So haben die Wüstenstaaten der Vereinigten Arabischen Emirate jetzt erklärt, einer Verknappung an Nahrungsmitteln durch Investments in Agrarland in Ägypten, Indien, Pakistan, Kasachstan, Vietnam, Kambodscha, im Sudan und in Lateinamerika begegnen zu wollen.

Seite 1:

Investoren lieben Agrarland

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%