Forderung: "Preisband der Realität anzupassen"
OPEC will Ölpreis bei 30 Dollar halten

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) diskutiert zurzeit eine Anhebung des Preisbandes und hält dabei einen Ölpreis von 30 Dollar je Barrel (159 Liter) für richtungweisend. Die Diskussion wird auch bei der an diesem Mittwoch in Wien beginnenden Ministerkonferenz im Mittelpunkt stehen.

HB WIEN. Dabei wären 30 Dollar je Barrel zwar erheblich weniger, als gegenwärtig für Rohöl zu zahlen ist, jedoch deutlich mehr als der Durchschnitt der letzten Jahre. Aus allen einflussreichen OPEC-Staaten kamen in den vergangenen Tagen Signale, wonach eine Erhöhung des Preiszieles angestrebt wird. „Es ist notwendig, das Preisband der geänderten Realität anzupassen“, meinte etwa jüngst Obeid bin Saif Al Nasseri, Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate. „Ein fairer Preis läge zwischen 28 und 30 Dollar“, meinte sein Amtskollege aus Katar, Abdullah al Attiyah.

Selbst Purnomo Yusgiantoro, indonesischer Ölminister und geschäftsführender OPEC-Präsident, wurde im Vorfeld des Wiener Treffens ungewöhnlich deutlich: Noch seien die Ölpreise zu hoch, sie sollten auf 30 Dollar sinken. „Das wäre dann aber schon ausreichend.“ Unklar ist noch, ob es schon bei diesem Treffen einen offiziellen Beschluss zur Anhebung des Preisbandes gibt. „Der Zeitpunkt ist nicht so wichtig“, meinte Al Nasseri dazu.

Im Jahr 2000, als die Ölpreise teilweise unter 20 Dollar lagen, hatte die OPEC ein Preisband von 22 bis 28 Dollar festgelegt. Fielen die Preise tiefer, wurde automatisch die Produktion gedrosselt, stiegen sie höher, sollten die Förderhähne aufgedreht werden. Seit rund einem Jahr liegen die Preise aber permanent über der 28-Dollar- Marke. Fördererhöhungen haben höchstens bewirkt, dass die Preise nicht noch höher stiegen, für eine dauerhafte Senkung haben sie im Gegensatz zu früheren Jahren nicht sorgen können.

So lag am Freitag der sieben Sorten umfassende OPEC-Korbpreis bei praktisch unveränderten 38,82 Dollar. Für die vergangene Woche war nach Angaben des OPEC-Sekretariates vom Montag ein durchschnittlicher Korbpreis von 38,62 Dollar errechnet worden - und das obwohl die OPEC-Staaten mit geschätzten 30 Mill. Barrel am Tag so viel Rohöl fördern wie nie zuvor: Die offizielle Förderquote liegt gegenwärtig bei 26 Mill. Barrel, zwei Mill. gelten als Überproduktion und weitere zwei Mill. steuert der Irak bei, der nicht im Quotensystem erfasst ist.

Die OPEC sieht neben dem hohem Einfluss der Spekulanten die unsichere weltpolitische Lage dahinter. „Was wir derzeit erleben, ist eine politische Prämie von zehn bis 15 Dollar je Barrel“, formulierte es etwa Yusgiantoro beim jüngsten Weltenergiekongress in Sydney. Dennoch ist die OPEC nach seinen Worten bereit, spätestens ab Jahresende die Produktion noch einmal um bis zu 1,5 Mill. Barrel auszuweiten - wenn sich bis dahin die Ölpreise nicht endlich um die 30 Dollar eingependelt haben.

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