Für Anleger attraktiv
Gold profitiert von US-Krise

Der Goldpreis hat in den letzten Zeiten eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt. Die kräftigen Preisausschläge vollzogen sich im Einklang mit der Kursentwicklung der amerikanischen Devise. Sollte der Dollar – nicht zuletzt durch die Hypothekenkrise in den USA – erneut unter Druck geraten, könnte dies dem Goldpreis neuen Auftrieb geben.

LONDON / DÜSSELDORF. Die Lage am Goldmarkt ist angespannt. Ende Juni war der Preis des Edelmetalls erneut nach oben ausgebrochen und stieg in der Spitze bis auf rund 684 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Doch dann ging es rapide abwärts. Der Preisrutsch stoppte erst bei 660 Dollar; nun drehte das Bild erneut. Am gestrigen Dienstag war die Unze rund 667 Dollar wert.

„Haupttreiber beim Gold ist die Schwäche des Dollars, der auf Grund der Hypothekenkrise und durch die Zinsspekulationen unter Druck ist. Hiermit greift die amerikanische Immobilienkrise indirekt auf den Goldmarkt durch“, sagt Mark Augustynak, Edelmetallhändler bei Natixis in London.

Den Dollar belasten zurzeit die hohen Ausfälle von Hypothekenkrediten bei US-Bürgern mit niedriger Bonität. Von diesen „Subprime-Krediten“ waren in den zurückliegenden zwei Jahren 750 Mrd. Dollar über besicherte Anleihen an Investoren wie Hedge-Fonds – unter anderem von der US-Investmentbank Bear Stearns – und Banken weiterverkauft worden. Die Bear-Stearns-Fonds mussten geschlossen werden.

Auch Robin Bhar von UBS schließt nicht aus, dass die Hypothekenkrise sich zu einem Preistreiber für Gold entwickeln wird: „Im Moment tun sich die Anleger noch schwer, das Ausmaß der Krise abzuschätzen.“ Interessant sei, wie viel des zeitweisen Preisanstiegs von etwa 40 Dollar nur auf den Fall des Dollars oder auf die Verunsicherung durch die Subprime-Krise zurückzuführen sei. Nach seinen Informationen hätten einige Anleger bereits „aus einem verstärkten Sicherheitsbedürfnis heraus“ Gold gekauft. „Ich halte es ohne Weiteres für möglich, dass zehn bis 15 Dollar des jüngsten Preisanstiegs direkt auf das Konto der Subprime-Krise gehen“, schätzt Bhar.

Gold würde damit einmal mehr seiner traditionellen Rolle als „safe haven“, als sicherem Hafen, gerecht. Der Sicherheitsgedanke könnte laut Augustynak auch „mit Blick auf die anziehenden Inflationszahlen“ an Bedeutung gewinnen. Der Kauf von Gold gilt seit jeher als Absicherung gegen Inflation.

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