Geldentwicklung
Lockere US-Politik lässt Dollar purzeln

Der Dollar fällt auf Vier-Wochen-Tief. Der Euro dagegen wird durch die Aussicht auf Kombination von ESM und EFSF gestützt. Investoren gewinnen allmählich wieder Vertrauen in Portugal.
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FrankfurtIn Erwartung eines neuen Anleihenkaufprogramms der US-Notenbank Fed haben Investoren den Dollar am Dienstag gemieden. Zu einem Korb aus sechs Währungen fiel der Greenback auf den tiefsten Stand seit vier Wochen. Notenbankchef Ben Bernanke hatte am Montagnachmittag gesagt, dass die US-Wirtschaft noch nicht kräftig genug wachse, um genügend neue Arbeitsplätze zu schaffen. „Jetzt gehen doch viele davon aus, dass ein neues Kaufprogramm der Fed - also QE3 - kommt“, sagte ein Händler. Der Euro nahm Kurs in Richtung 1,34 Dollar. Mit 1,3385 (spätes Vortagesgeschäft: 1,3353) Dollar schaffte er den höchsten Stand im März; Gewinnmitnahmen ließen die Gemeinschaftswährung bis zum Nachmittag aber wieder auf 1,3330 Dollar abbröckeln. Damit notiert sie aber immer noch gut einen US-Cent höher als vor einer Woche.

Neben der Dollar-Schwäche profitierte die Gemeinschaftswährung vor allem von Fortschritten bei den Verhandlungen um höhere Garantiesummen für die schuldengeplagten Euro-Länder. Am Montag hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals für eine Kombination von Geldern der Rettungsfonds EFSF und ESM und damit praktisch für eine Aufstockung des bisherigen Kreditvolumens ausgesprochen. Analysten begrüßten diesen Schritt. „Je höher eine Brandmauer ist, desto geringer ist das Risiko einer sachlich nicht angemessenen Spekulation“, sagte der Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer.

„Mit anderen Worten verhindert die Höhe der Brandmauer im aktuellen Fall eine potentielle Inanspruchnahme. Fakt ist, dass der Großteil der strukturellen Haushaltsdefizite in den Problemländern bereinigt ist. Diesen Status gilt es, vor unangemessenen Attacken zu sichern.“ Vor diesem Hintergrund forderte denn auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zum wiederholten Mal eine massive Aufstockung der Euro-Rettungsfonds. Und es gab noch mehr warnende Stimmen: So sagte unter anderem EZB-Ratsmitglied Josef Makuch, es gebe zwar durchaus positive Signale. Er würde aber nicht so weit gehen und sagen, dass die Trendwende geschafft sei.

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Juncker: Mehr Fokus auf Wachstum.

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  • Wer Volkswirten glaubt, glaubt auch an die Kristallkugel.

    Wenn ich diese Aussage lese: "Fakt ist, dass der Großteil der strukturellen Haushaltsdefizite in den Problemländern bereinigt ist." sträuben sich mir nicht nur die Nackenhaare.



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