Gold, Eisenerz, Öl
Afrikas Rohstoff-Dilemma

Nach dem drastischen Verfall der Rohstoffpreise erwarten Experten ein schmerzvolles Jahr für Afrikas Bergbausektor. Auch ausländische Investoren sind betroffen. Doch die sehen die Krise auch als Chance.

KapstadtEinst waren sie wortwörtlich Boden-Schätze: Gold, Eisenerz, Öl, Kohle, Platin, Silber und Kupfer. Doch nun sind die Kurse im Keller, die Rohstoffe viel weniger wert. Experten rechnen mit einem weiteren schmerzvollen Jahr für den afrikanischen Bergbau.

Sparmaßnahmen werden auf der Tagesordnung stehen, warnt die Unternehmensberatung Deloitte in ihrer Konjunkturprognose für 2016. Firmen müssten ihre Kosten bis an die Schmerzgrenze minimieren, um profitabel zu bleiben. Zahlreiche Fusionen und Unternehmenskäufe stünden bevor.

Wie man den Gürtel enger schnallt, wird auch auf der „Mining Indaba“ ein Thema sein. Die mit 7000 Teilnehmern weltweit größte Konferenz der Bergbauindustrie beginnt am Montag im südafrikanischen Kapstadt.

Die niedrigen Preise treffen Afrikas Volkswirtschaften und Bergbauunternehmen hart, denn etwa 30 Prozent der weltweiten Mineralreserven befinden sich nach Angaben der afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) auf dem Kontinent. Afrika mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern ist für ein Zehntel der globalen Ölproduktion und zwei Drittel aller abgebauten Diamanten verantwortlich.

Auch ausländische Investoren sind massiv von dem Preisverfall betroffen. Immerhin war Afrika mit Direktinvestitionen von rund 45 Milliarden Euro nach Angaben der Unternehmensberatung Ernst & Young 2015 das zweitgrößte Investitionsziel der Welt. Der Großteil der Summe floss in den Bergbausektor. Das könnte sich jedoch ändern.

„Investoren werden ihre Optionen über die nächsten Jahre extrem vorsichtig abwägen“, sagt Ross Harvey, Bergbauexperte des Südafrikanischen Instituts für Internationale Angelegenheiten (SAIIA). Die besten Aussichten auf Anlagen aus dem Ausland hätten gut verwaltete Projekte, die nahe an Produktionsstätten liegen und gesunde Kapitalflüsse vorweisen könnten. Die Chancen für Länder, die für Korruption, schlechte Arbeitspraktiken oder fehlende Umweltschutzmaßnahmen bekannt seien, stünden hingegen schlecht.

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