Goldpreis
Die Ruhe vor dem (Gipfel)Sturm?

Der Goldpreis hat sich zuletzt kaum bewegt. Dabei könnte das Umfeld kaum besser sein für das Edelmetall. Experten erwarten deshalb, dass die Preise schon bald steigen könnten - und das kräftig.
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DüsseldorfSeit Wochen kommt der Goldpreis nicht vom Fleck. Er pendelt um die Marke von 1 600 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Immer, wenn es danach aussieht, dass er sich etwas befreien kann, fällt er anschließend wieder zurück. „Wir befinden uns seit einem Jahr in einer Korrekturphase“, sagt Dimitri Speck, Goldexperte und Analyst von Staedel Hanseatic. Doch er sieht Chancen, dass der Goldpreis wieder deutlich zulegen wird. „Der Ausbruch steht bevor“, sagt Speck.

Den entscheidenden Anstoß könnte Mario Draghi gegeben haben, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Italiener hatte vor wenigen Tagen vollmundig angekündigt, den Euro um jeden Preis retten zu wollen. Investoren in aller Welt rechnen nun damit, dass Draghi in großem Stile Anleihen der angeschlagenen südeuropäischen Staaten kaufen, also letztlich Geld drucken wird, um die Schuldenprobleme innerhalb des Währungsraumes zu lindern.

Bei genauer Betrachtung werde „ziemlich deutlich“, dass etwas Großes auf dem Weg ist, erklärte Jim O'Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, in einer Kundennotiz. Das Ausbleiben von Zentralbank-Aktionen in der vergangenen Woche, die Draghi-Kommentare vergangene Woche und der Besuch des US-Finanzministers Tim Geithner in Deutschland deuten auf einen Eingriff in den kommenden Wochen hin, der „durchdachter ist, als viele annehmen“.

Solch Worte hören Goldanleger nur allzu gerne. „Das niedrige Zinsniveau, die Nachfrage der Zentralbanken und weitere Stützungsmaßnahmen dürften einen fruchtbaren Boden für Gold-Optimisten bieten”, sagte Nick Trevethan, leitender Rohstoffstratege der ANZ Banking Group in Singapur. So wie Trevethan rechnet auch Eugen Weinberg von der Commerzbank mit einem neuen Rekordhoch - und zwar innerhalb eines Jahres.

Kommentare zu " Goldpreis: Die Ruhe vor dem (Gipfel)Sturm?"

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  • Na, immerhin habe ich davon wenigstens das eine oder andere Kilo... :D

  • nein Sie kaufen diese Dinge mit Silbermünzen. Gold ist nämlich zu wertvoll (wie sie schon richtig angedeutet haben). Damit kauft man dann Unternehmen, Häuser etc.

  • Genau so ungefähr stellen sich die Goldgläubigen das vor. Nur in wirklichen Krisenzeiten sammelte der Staat immer das Gold ein. Sei es durch Verbote mit Gefängnisstrafen, Zwangsumtausch in erst recht wieder wertloses Papiergeld oder es wurde sogar mit Enteignung und Todesstrafe belegt. Dann viel Spaß, denn ein vergrabener Goldklumpen in meinen Garten ist unter den Umständen für die nächste Jahrzehnte auch wertlos !!!

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