Goldpreis über 50 Dollar
Fed-Entscheid treibt Rohstoffpreise

Die Preise der wichtigsten Rohstoffe sind nach der angekündigten Billionen-Dollar-Spritze der US-Notenbank angesprungen. Der Ölpreis kletterte auf mehr als 50 Dollar, weil Anleger auf eine schnelle Erholung der US-Wirtschaft setzten. Inflationssorgen und der schwache Dollar stützten hingegen den Goldpreis.

HB FRANKFURT. Die gewaltigen Stützungsmaßnahmen der US-Notenbank für die US-Wirtschaft haben den Ölpreis am Donnerstag über 51 Euro pro Barrel steigen lassen. Ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI kostete am Mittag 51,40 Dollar. Die Sorte Brent stieg ebenfalls rund sechs Prozent auf 50,80 Dollar. Die Entscheidung der Fed, rund eine Billion Dollar in die US-Wirtschaft zu pumpen und erstmals seit den 60er Jahren Staatsanleihen zu kaufen, lasse Anleger auf eine baldige Erholung der US-Wirtschaft und eine dann wieder steigende Öl-Nachfrage spekulieren, sagten Marktbeobachter.

"Den Ölpreis treibt die Kombination aus einem Fall beim US-Dollar und den Maßnahmen der Fed. Aber ich glaube, noch mehr kommt von der Hoffnung, dass die Unterstützung zu einer Trendwende in der US-Wirtschaft führt oder sie zumindest stabilisiert", erläuterte David Moore, Rohstoff-Stratege bei der Commonwealth Bank of Australia. Andere Analysten warnten aber auch, dass die anhaltend schwache Nachfrage den Ölpreis zunächst weiter dämpfen werde.

Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank verwies neben der Überraschung der Fed zudem auf Aussagen des saudischen Ölministers el-Naimi. Demzufolge seien die bisherigen Kürzungsbeschlüsse der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ausreichend, um den Ölmarkt ins Gleichgewicht zu bringen. Zudem erwarte el-Naimi, dass die Umsetzung der bisherigen Kürzung im März höher als im Februar sei. Damit wolle Saudi-Arabien Druck auf die anderen Opec-Mitglieder aufbauen, ihren Beitrag zur Stabilisierung des Ölpreises zu leisten. Zudem könne mit Blick auf die weitere Preisentwicklung positiv gewertet werden, dass der Ölpreis am Vortag nach den Lagerdaten nicht stärker unter Druck gekommen sei.

Auch der Preis für Rohöl der Opec ist gestiegen. Nach Berechnung des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel am Mittwoch 45,64 Dollar und damit 0,93 Dollar mehr als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren täglichen Korbpreis auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

Der Goldpreis stieg im Nachgang der Fed-Entscheidung um ein halbes Prozent auf 944 Dollar je Feinunze. Damit löste er sich von seinem Sechs-Wochen-Tief bei 882,90 Dollar. Gold gilt als Absicherung gegen Inflation und die Teuerungsgefahr halten Marktteilnehmer wegen der enormen Mittel, die in den Geldkreislauf geschleust werden, für deutlich gestiegen. Die Frage sei nun, ob der Goldpreis das Niveau von 930 bis 940 Dollar je Feinunze halten könne, sagte Darren Heathcote von Investec Australia. "Der Dollar bleibt schwach, vor allem gegen den Euro, das Gold könnte dieses Niveau schon halten", fügte er hinzu.

Der Preis für Kupfer kletterte wegen Hoffnungen, ein Anziehen der US-Wirtschaft werde auch die Nachfrage nach dem in der Industrie häufig verwandten Metall anschieben. Der Preis für das Basismetall stieg um rund drei Prozent auf 3 952 Dollar pro Tonne. "Es wird vielleicht ein paar positive Effekte für die Wirtschaft geben, aber ich glaube es wird Zeit brauchen, bis diese sichtbar werden. Zunächst einmal bleiben die Daten der US-Wirtschaft sehr schwach und ein Hindernis für eine nachhaltige Erholung der Metallpreise", sagte Moore.

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