Goldschmuck
Extravaganz für die Oberklasse

In den vergangenen sechs Jahren hat sich der Goldpreis mehr als verdoppelt, zwischendurch sogar verdreifacht. Das bekommen die Juweliere inzwischen schmerzlich zu spüren. Die Produktion von Goldschmuck wird teurer. Zum Glück gibt es reiche Russen und Asiaten.

MAILAND. Auf der Mailänder Nobelstraße Via Montenapoleone bewundert ein junges russisches Paar einen schlangenartig gewundenen Armreif im Schaufenster der Edel-Boutique des Juweliers Damiani. Sergej und Lidija sind wie so viele Russen aus Moskau zum Shoppen nach Mailand gereist. „Das wäre ein schönes Weihnachtsgeschenk“, bemerkt Lidija mit Blick auf den mit Edelsteinen besetzten Goldreif. In ihrer rechten Hand hält sie bereits eine Einkaufstasche von Armani und eine von Fendi – für ein Schmuckstück wäre da auch noch Platz.

„Russen sind unsere wichtigsten ausländischen Kunden hier“, sagt der Leiter der Stammboutique von Damiani, Paolo Percudani. Sie suchten den wahren Luxus und schreckten auch vor hohen Preisen nicht zurück. Das in dunklem Holz und hellem Steinboden gehaltene Geschäft bietet alles von 700 Euro teuren Eheringen bis zum Diamanten-Collier für 150 000 Euro.

Kunden, für die der Preis keine Rolle spielt, brauchen Schmuckhersteller wie Damiani jetzt dringender denn je. Das teuer gewordene Gold hat die Kosten der Juweliere drastisch erhöht, gleichzeitig ist mit der Finanzkrise vielen potenziellen Abnehmern die Lust auf den Kauf von wertvollen Ohrgehängen und Armbändern vergangen. Mit ausgefallenem Design und Markenpflege versuchen die Italiener – die immer noch Exportweltmeister beim Schmuck sind – den Absatz dennoch Schwung zu halten.

Jetzt, zur Hochsaison, entscheidet sich, ob das Konzept aufgeht. Weihnachten steht vor der Tür, und in Indien hat die Hochzeitssaison begonnen. Lange Jahre war Italien der weltgrößte Hersteller von Goldschmuck. Heute ist das Land zwar von Indien überholt worden, aber mit einem Umsatz von fast sechs Milliarden Euro und Ausfuhren von 4,4 Mrd. Euro steht Italien bei hochwertigen Qualitäts-Produkten noch immer auf Platz eins. Doch gerade weil sich die Italiener auf edles Design spezialisiert haben, verkaufen sie ihre Ware – anders als viele indische und chinesische Hersteller – nicht nach Gewicht und können so nicht einfach den Goldpreis an die Kunden weitergeben. Italiens Schmuckindustrie muss auf andere Weise versuchen, die Margen zu halten.

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