Industriemetall
Den Metallmärkten droht ein Rückschlag

Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung lässt die Preise für Industriemetalle wie Kupfer oder Zink stetig steigen. Doch Experten sehen den Optimismus mit einiger Skepsis und warnen vor einem Rückschlag an den Metallmärkten: Die Preise können um bis zu 20 Prozent sinken.

DÜSSELDORF. Industriemetallpreise wie Kupfer oder Zink kennen seit Anfang des Jahres nur noch eine Richtung: nach oben. Getrieben wird der Anstieg vor allem von der Hoffnung auf eine anhaltende wirtschaftliche Erholung. Dabei richtet sich der Blick der Akteure an den internationalen Warenmärkten einmal mehr auf China und dessen gigantischen Rohstoffbedarf. Experten sehen den Optimismus allerdings mit einiger Skepsis - und warnen vor einem Rückschlag an den Metallmärkten.

"Für den gesamten Metallkomplex steht eine Konsolidierung auf der Tagesordnung", sagt Gabor Vogel, Rohstoffanalyst der DZ Bank. Er hält ein Sinken der Preise um zehn bis 20 Prozent für möglich. "Bisher war die Hausse an den Metallmärkten von China getrieben", sagt Vogel. Den Importen stehe aber noch kein wirklicher Verbrauch gegenüber. "Man baut sich ein Polster auf" und bereite sich so darauf vor, dass die Weltwirtschaft wieder anspringt, sagt Vogel. Dabei bestehe durchaus die Gefahr, dass "die Chinesen dieses Polster einsetzen, um künftig den Preis zu steuern".

Offensichtlich war "der ganze Optimismus vor allem durch die starke Liquiditätszufuhr in China getrieben", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Mit Blick auf die zeitweise starken Verluste an Chinas Aktienmärkten ist er nun sehr vorsichtig: "Die Situation an den Metallmärkten dreht."

Bisher würden negative Nachrichten aber noch ausgeblendet. "Aktuell ist der Markt angesichts eines positiven Makrobildes äußerst optimistisch zu Rohstoffen eingestellt." Nach Einschätzung der Commerzbank gibt es jedoch vermehrt Anzeichen einer bevorstehenden starken Preiskorrektur.

Zweifel weckt nach Einschätzung von DZ-Experte Vogel auch, dass aktuell nicht nur eine stabile China-Nachfrage in den Preisen enthalten ist, sondern auch schon ein wieder anspringender Bedarf in den OECD-Ländern. "Die Nachfrage hat den Tiefpunkt gesehen, aber das ist noch nicht gleichbedeutend mit einer nachhaltigen Trendwende nach oben. Dafür ist es noch zu früh", warnt Vogel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%