Internationale Energiebehörde
Die Welt droht im Öl zu „ertrinken“

Auch 2016 wird wohl nicht das Jahr des Rohöls sein. Die IEA rechnet wegen der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran auch im laufenden Jahr mit einem Überangebot. Dabei fragen die Abnehmer immer weniger Öl nach.

ParisEin ungewöhnlicher warmer Winter und das steigende Angebot wird auch 2016 für ein Öl-Überangebot an den Märkten sorgen. Das hat die Internationale Energiebehörde (IEA) am Dienstag in ihrem monatlich erscheinenden Bericht zu den Öl-Märkten bekannt gegeben. Selbst die voraussichtlich um 600.000 Barrel (159 Liter) pro Tag sinkenden Liefermengen der Staaten, die nicht dem Ölförder-Kartell Opec organisiert sind, dürften ein Überangebot nicht verhindern. Laut IEA wird die Rückkehr Irans auf die internationalen Öl-Märkte diese Lücke bis Mitte 2016 füllen. In der Folge dürfte im ersten Halbjahr des laufenden Jahres die weltweiten Märkte einem Überangebot von 1,5 Millionen Barrel pro Tag ausgesetzt sein.

„Sollte sich nichts ändern, können die Ölmärkte im Überangebot ertrinken“, schreibt die IEA. Die Preise könnten durchaus weiter fallen. Am Montag sackte der Ölpreis in London auf weniger als 28 Dollar pro Barrel – den tiefsten Stand seit gut zwölf Jahren. Verantwortlich für diesen Rückgang war die Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen den Iran.

An den Märkten wächst jetzt die Sorge, dass die Rückkehr des Iran an die internationalen Öl-Märkte die Ölschwemme weiter anschwellen lassen könnte. Zeitgleich gab der größte Ölförderer der Welt, Saudi Arabien, bekannt, dass er an seiner Strategie festhalten werde und keine Senkung der Fördermengen in Erwägung ziehen würde, selbst wenn sich der Preissturz fortsetzen sollte.

Laut der IEA dürfte der Iran bis zum Ende des ersten Quartals seine Fördermenge um bis zu 300.000 Barrel pro Tag steigern. Bis Mitte des Jahres könnte sich das Volumen sogar um 600.000 Barrel pro Tag erhöhen. Zwar liegt die IEA-Prognose unter den offiziellen Vorgaben der iranischen Energiebehörde, die mit einer Erhöhung der Fördermenge von einer Millionen Barrel pro Tag bis zum ersten Halbjahr 2016 rechnet. Doch selbst die konservativere Hochrechnung der IEA reiche nach eigenen Angaben aus, um die Preise weiterhin unter Druck zu setzen. Laut dem Bericht der Behörde hat der Iran seine Fördermenge im Dezember auf rund 2,91 Millionen Barrel pro Tag hochgeschraubt – das höchste Volumen seit dreieinhalb Jahren.

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Rohöl-Lager zum Bersten voll

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