Keine Entspannung
Ölpreis bleibt anfällig

Nach den Rückschlägen der vergangenen Monate haben die Rohölpreise offenbar einen Boden gefunden. Analysten gehen mittelfristig von einem höherem Preisniveau aus. Die Opec plant geringere Förderquoten.

LONDON/DÜSSELDORF. Ende vergangener Woche sorgten rückläufige Lagerbestandsdaten aus den USA zeitweise sogar für steigende Notierungen. Sowohl der Preis für Brentöl, dem europäischen Marktführer, als auch die Notierungen der amerikanischen Leichtölsorte WTI (West Texas Intermediate) zogen wieder auf über 60 Dollar an. Erst Gewinnmitnahmen bremsten den weiteren Anstieg.

Seit den Sommermonaten hatte sich die Entwicklung an den internationalen Energiemärkten etwas beruhigt. Die Rohölpreise waren von Rekordwerten bei fast 80 Dollar je Barrel (159 Liter) um rund ein Viertel zurückgefallen. Dazu beigetragen haben die Entspannung der Lage im Nahen Osten ebenso wie das Ausbleiben starker Wirbelstürme im Golf von Mexiko. Diese Phase sinkender Preise scheint nun beendet. Denn neben den rückläufigen Lagerbeständen in den USA wirkte zuletzt auch die jüngste Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) preistreibend. Die Opec hatte Mitte Oktober eine Kürzung ihrer Förderung zum 1. November um 1,2 Mill. Barrel täglich beschlossen.

Experten erwarten kurzfristig zwar keinen starken Preisanstieg; mittelfristig sehen sie die Rohölnotierungen aber auf einem höheren Niveau. Ein Grund für den Preisoptimismus ist die konjunkturelle Zuversicht, besonders in den USA, die Aussichten auf eine anhaltend hohe Ölnachfrage stützt.

„Spätestens ab Anfang kommenden Jahres wird die Nachfrage stärker ansteigen“, prognostiziert Dora Borbély, Rohstoffanalystin der Deka Bank. Zum einen werde sich die weltweite Konjunkturerholung beschleunigen, zum anderen könnte im ersten Quartal der Winterbedarf auf die Preise durchschlagen. Doch wenn in den nächsten Wochen schlechte Nachrichten ausbleiben, „wird sich der Ölmarkt weiterhin seitwärts bewegen“, sagt Borbély. Sie rechnet damit, dass die Preise bis zum Jahresende um 60 Dollar je Barrel schwanken werden. Für das kommende Jahr insgesamt rechnet die Deka-Expertin dann mit einem etwas höheren Ölpreis von durchschnittlich gut 70 Dollar je Barrel für Brentöl und von 71,50 Dollar für WTI.

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