Kleines Kursplus
Euro erholt sich Montagnachmittag leicht

Der Euro hat sich am Montagnachmittag ein wenig erholt. Allerdings bleiben die Anleger nervös, auch wegen der Sorge um eine griechische Pleite. In Fernost war die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,2666 Dollar gefallen.
  • 0

FrankfurtDer Euro hat sich am Montagnachmittag etwas von seinem 16-Monats-Tief erholt. Händler rechnen aber nicht mit einem anhaltenden Aufwärtstrend, da die Sorgen um die Schuldenkrise in der Eurozone die Anleger weiter im Griff halten. Das Kursplus des Euro um einen halben US-Cent auf 1,2753 Dollar sei vielmehr dem Umstand geschuldet, dass Investoren nach dem Kursrutsch einige Verkaufsoptionen glattstellten. In Fernost war die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,2666 Dollar gefallen. Bereits in der vergangenen Woche war die Devise zu Dollar und Yen unter massiven Druck geraten und hatte so niedrig notiert wie seit September 2010 nicht mehr.

Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hatten am Nachmittag nur wenig Auswirkungen auf die Kurse. Merkel sprach sich für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone aus, forderte von der Regierung in Athen aber zugleich, den Verpflichtungen zur Überwindung der Krise nachzukommen. Der griechische Regierungschef Lucas Papademos muss bis zum 20. März auslaufende Staatsanleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro bedienen, andernfalls droht der unkontrollierte Staatsbankrott. Um dies zu verhindern, will die Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank am 16. Januar in Athen die Gespräche über einen neuen Milliardenkredit aufnehmen. Im frühen Handel sorgte am Devisenmarkt ein „Spiegel“-Bericht für Unruhe, wonach der IWF nicht mehr glaubt, dass Griechenland seine Schulden auf Basis der bisherigen Sanierungspläne dauerhaft tragen kann.

Wie groß die Furcht der Anleger vor einer Eskalation der Schuldenkrise ist, ließ sich am Montag an einer Auktion von Bundesanleihen und den Daten der EZB zur Einlagefazilität ablesen. So zahlten Investoren Deutschland erstmals eine Prämie, um der Bundesrepublik Geld zu leihen. Beim Verkauf von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten nahm der Bund 3,9 Milliarden Euro ein. Die durchschnittliche Zins lag bei minus 0,0122 Prozent.

Zugleich stockt die Umverteilung unter den Banken mehr denn je: das Volumen in der Einlagefazilität - am Markt als „Angstkasse“ beschrieben - erreichte per Sonntagabend mit 463,6 Milliarden Euro ein neues Rekordhoch. Schon seit der letzten Dezemberwoche horten die Banken ihre überschüssige Liquidität in einem Ausmaß bei der Notenbank wie noch nie zuvor. Händler erklärten, die Kreditinstitute gäben lieber der EZB für den extrem geringen Zins von 0,25 Prozent das Geld, als es untereinander auszuleihen. „Das ist sicherer“, fügte ein Händler hinzu.

Für Bewegung am Devisenmarkt sorgte zudem der Rücktritt des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand. Bei hohen Umsätzen ging der Schweizer Franken gegenüber Euro und Dollar etwas nach oben. Unter Hildebrands Ägide koppelte die SNB den Frankenkurs an den Euro, um eine zu starke Aufwertung der heimischen Währung und damit Nachteile etwa für Exporteure einzudämmen.

Am Rentenmarkt standen neben der Auktion deutscher Anleihen die bevorstehende Emission spanischer und italienischer Papiere Ende der Woche im Blickpunkt. Beide Länder werden wegen der dortigen Haushaltsprobleme von Anlegern mit Argusaugen beobachtet. Die spanischen Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentierten am Montag mit 5,6 Prozent, die italienischen Bonds wurden mit einem Zins von 7,1 Prozent gehandelt. Der Bund-Future notierte 23 Ticks im Minus bei 138,61 Punkten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kleines Kursplus: Euro erholt sich Montagnachmittag leicht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%