Krisenängste in Asien
Währungen Indiens und Indonesiens unter Druck

Die Unsicherheit an den Börsen Asiens steigt. In Indien stürzt die Rupie ab. Auch Indonesiens Währung fällt rasant. Anleger fürchten, dass sich das Wachstum in den aufstrebenden Ländern weiter verlangsamt.
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Tokio/Jakarta/BerlinDie Krisenängste in Asien nehmen zu. An fast allen großen Börsen der Region kam es am Dienstag zu kräftigen Kursverlusten. Viele Währungen von Schwellenländern wie Indien und Indonesien stehen zudem weiter massiv unter Druck. Anleger erwarten ein Ende der großen Geldflut, nachdem die US-Notenbank ihre Billiggeld-Offensive bremsen will, und ziehen sich zurück. Die Furcht vor einer konjunkturellen Abschwächung in der Region wachse, so Börsianer.

In Indien schürt der anhaltende Absturz der Rupie Ängste vor negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Der Euro legte deutlich zu. Mit klar über 1,34 US-Dollar erreichte die Gemeinschaftswährung den höchsten Stand seit sechs Monaten.

Der Leitindex Sensex der Börse in Mumbai sackte am Dienstag zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 18 000 Punkten, konnte die Verluste aber später eindämmen. Die indische Währung fiel im Handelsverlauf auf ein neues Rekordtief zur US-Währung von 64,12 Rupie je Dollar - verglichen mit Anfang April entsprach dies einem Minus von mehr als 16 Prozent.

Die deutlichsten Rückschläge unter den großen Aktienmärkten Asiens verbuchte die Börse in Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Dort fiel der Leitindex, der Jakarta Comp, um fast 4 Prozent . Auch die indonesische Rupiah sackte weiter ab. Deutliche Verluste mussten auch der thailändische Bath, der südkoreanische Won und der malaysische Ringgit hinnehmen.

Neben hausgemachten Problemen in den Schwellenländern gilt die absehbare Verringerung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed als wichtigster Grund für die Schwäche an den Finanzmärkten der Schwellenländer. Viele professionelle Investoren ziehen deswegen dort verstärkt Kapital ab. Das belastet sowohl dortige Aktien und Staatsanleihen wie auch die jeweiligen Landeswährungen.

Indien machen zudem das große Leistungsbilanzdefizit und verschleppte Reformen zu schaffen. In Indonesien hatte sich das Defizit in der Leistungsbilanz, die den Waren- und Dienstleistungshandel umfasst, zuletzt auf einen Rekordwert ausgeweitet.

Nach Ansicht des Marktstrategen Ishaq Siddiqi von ETX Capital sind die Märkte in den Schwellenländern derzeit in einem aggressiven Ausverkauf gefangen. Dieser sei vor allem auch von den Sorgen um die US-Geldpolitik ausgelöst worden. Immer mehr Anleger rechneten mit einer baldigen Drosselung der ultralockeren US-Geldpolitik, die die globalen Aktienmärkte in den vergangenen Monaten angetrieben hatte. Als Folge würden sie sich auf steigende Zinsen einstellen.

Der Stoxx Asia/Pacific 600, der die 600 größten Unternehmen der Börsen in Australien, Hongkong, Japan, Neuseeland und Singapur enthält, fiel am Dienstag um knapp 1,5 Prozent. Der Hongkonger Hang-Seng-Index büßte mehr als 2 Prozent ein. In Tokio schloss der Leitindex Nikkei-225-Index fast 3 Prozent tiefer. Exportorientierte Unternehmen litten besonders unter der Aussicht auf eine wirtschaftliche Abschwächung.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich finde, es bedarf einer europaweiten, konzertierten, staatenübergreifenden, nahezu unpolitischen und parteiübergreifenden Aktion, um unsere gute alte Verbands- und Vereinsarbeit um die zwei Themen "Internet" und "Europa" zu ergänzen.

    Auf dem Weg können wir auch direkt Indien zeigen, wie man aus der Krise kommt.

    Warum zeigen wir alle zusammen denen in Indien nicht mal, wie man unseren deutschen Länder-Finanz-Ausgleich nachbauen kann, und bietet Hilfe beim Aufbau eines Renten-, Sozial und Gesundheits-System nach deutschem Vorbild, mit den diversen demokratisch gewählten Berufskammern und den dazugehörigen volldemokratisch gewählten, föderal aufgebauten Verbänden der "verkammerten Freien Berufe", sowie den dazugehörigen Berufsständischen Organisationen und dem ganzen gesellschaftlichen und politischen Krimskrams, der damit zusammenhängt?

    Spätestens dann wird jeder politisch aktive und denkende Mensch einsehen, daß nicht die industriell gewünschte Deregulierung die Lösung aller Probleme darstellt, sondern alle Macht vom Volk ausgeht.

    ...genau wie hier auch^^

    Die Einbindung der Berufskammern der verkammerten Freien Berufe und deren Verbänden in die politisch gewollten Veränderungen ist doch zielführender zum gewünschten Ergebnis, als wenn alle Beteiligten wie heute, mit den politischen Entscheidungen usw aus der Presse erfahren müssen?

    …sowohl auf nationaler, als auch auf EU-Ebene hat sich da wohl so ein kleiner Verfahrensfehler eingeschlichen^^

    Der kleine Fehler möge bitte aus dem EU-Spieleparadies abgeholt werden.

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