Kurssprung
Goldpreis springt auf fast 1 000 Dollar

Der Goldpreis ist auf Höhenflug: Am Donnerstagabend erreichte er in der Spitze 997 Dollar. Hintergrund ist die Rückkehr der Unsicherheit an den Kapitalmärkten. Einige Experten prognostizieren bereits noch deutlich höhere Kurse, sobald Inflation wieder ein Thema wird.

KAPSTADT/FRANKFURT. Die Anleger am Goldmarkt dürfen jubeln. Nachdem sich das gelbe Metall seit Beginn der Börsenerholung im März in einer engen Spanne zwischen 900 und 950 Dollar bewegt hatte, steht er nun wieder bei fast 1 000 Dollar. Einige Experten wie der in New York ansässige Investmentstratege und Kommentator John Licata von Blue Phoenix rechnen nach dem plötzlichen Kurssprung zur Wochenmitte sogar bereits mit einer noch viel stärkeren Aufwärtsbewegung und Rekordständen von 1 200 Dollar bis zum Jahresende. Am Donnerstag war der Preis für eine Feinunze zeitweise auf bis zu 997 Dollar geschnellt - den höchsten Stand in den letzten sechs Monaten.

Triebfeder des plötzlichen Preisanstiegs waren nach Angaben von Beobachtern vor allem Sorgen der Anleger vor einer Abschwächung der Konjunktur und einem damit verbundenen neuerlichen Einbruch der Börsen. Gold gilt vor allem in Krisenzeiten wegen seiner Wertbeständigkeit als besonders sichere Anlage. Seit dem Höchststand der Aktienmärkte vor 22 Monaten sind Wertpapiere trotz ihrer jüngsten Erholung im Schnitt rund 35 Prozent gefallen. Im gleichen Zeitraum konnte Gold fast 30 Prozent zulegen.

Am Mittwoch hatten Zahlen zur Arbeitslosigkeit in den USA an den Märkten für Unruhe gesorgt. Demnach waren im US-Privatsektor mehr Stellen weggefallen sind als ursprünglich erwartet. Eine deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit in den USA wird unter Anlegern vor alle deshalb gefürchtet, weil sie den Konsum der Verbraucher bremsen dürfte, den die US-Wirtschaft jedoch für eine durchgreifende Erholung braucht.

Andere Experten vermuten hinter dem jüngsten Kurssprung hingegen eine eher „technische Reaktion“, weil der Dollar gleichzeitig nur geringfügig gefallen sei. Traditionell haben Gold und Dollar jedoch eine sehr enge negative Korrelation. Auslöser für de technische Reaktionen seien demnach Deckungskäufe von Investoren, die mit Wetten auf einen fallenden Goldpreis daneben gelegen hätten.

Gold dürfte jedoch insbesondere von möglichen Inflationsängsten profitieren, wie sie die gewaltigen Konjunkturprogramme westlicher Regierungen zuletzt geschürt haben. Eine Studie des von der Goldindustrie etablierten World Gold Council kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass Gold zwischen 1974 und 2008 in Jahren mit hoher Inflation real im Schnitt um 15 Prozent zulegen konnte. Dies erkläre, weshalb viele Investoren Gold noch immer als Schutz gegen eine aus dem Ruder laufende Inflation kauften.

Seite 1:

Goldpreis springt auf fast 1 000 Dollar

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%