Landwirtschaft
Farmland – ein knappes Gut

In einer Zeit, in der viele Anleger die Aktienmärkte meiden und nach Alternativen suchen, steigt die Nachfrage nach Agrarflächen. Dabei sind es derzeit vor allem Pensionskassen in den USA und in Europa, die ihr Kapital vermehrt in agrarische Nutzflächen investieren.
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FRANKFURT. Preissprünge an den Getreidemärkten lenken den Fokus der Finanzwelt auf die Anlageklasse Agrarland. Dabei sind es derzeit vor allem Pensionskassen in den USA und in Europa, die ihr Kapital vermehrt in agrarische Nutzflächen investieren. Diese Anlegergruppe ist auf den Spuren der Volksrepublik China, die bereits in den vergangenen Jahren weltweit riesige Summen in Farmland investiert hatte. "Die Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung ist eine der großen Herausforderungen für Chinas Regierung", begründet Wayne Jones von der OECD die große Nachfrage Pekings nach agrarischen Anbauflächen. Die politische Elite Chinas muss den Hunger der wachsenden Bevölkerung stillen, will sie innenpolitische Spannungen vermeiden.

Und so hat Peking einen Teil der riesigen Außenhandelsüberschüsse direkt in Rohstoffvorkommen und Agrarland investiert. Das Interesse konzentrierte sich vor allem auf Flächen in Lateinamerika und Afrika. Dort sind die Preise für Farmland seither überdurchschnittlich gestiegen. Auffallend war in diesem Kontext, dass auch die teils über hohe Petrodollar-Überschüsse verfügenden arabischen Staaten stärker in Farmland investierten und sich Rechte an Nutzflächen in Afrika sicherten.

Jetzt treten institutionelle Investoren aus den westlichen Industrieländern in deren Fußspuren. So setzt die US-Pensionskasse TIAA-CREF auf Farmland-Investments, um ihr Anlagekapital besser zu streuen und Risiken zu senken. Dabei nimmt sich die Höhe des investierten Kapitals von rund zwei Mrd. Dollar im Vergleich zu dem 426 Mrd. Dollar umfassenden Fondsvermögen jedoch noch recht bescheiden aus. "Wenn wir interessante Farmland-Investments finden, werden wir unser Engagement in den kommenden Jahren verdoppeln", sagt der für diesen Bereich zuständige geschäftsführende Direktor Jose Minaya.

Die Gründe für das Interesse der Pensionskassen, Versicherer und Stiftungen an Investitionen in Farmland liegen auf der Hand. Nachdem die Preise agrarischer Rohstoffe in 2007 und 2008 kräftig in die Höhe geschossen waren, kam es im Zuge der Finanzkrise zu starken Rückschlägen. Inzwischen ziehen die Preise der Agrarrohstoffe wieder an. Die Anlageklasse Farmland besticht auch durch ein Alleinstellungsmerkmal, das der Auto-Pionier Henry Ford bereits vor 100 Jahren propagierte. Ford riet seinen Freunden: "Kaufe Farmland, denn das ist das einzige Produkt, das nicht mehr hergestellt wird."

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