Leitzinserhöhung
Starker Franken steht der Schweiz im Weg

Der Schweiz droht neben einer Überhitzung des Immobilienmarkts auch eine Abschwächung der Konjunktur. Doch einer Erhöhung des Leitzins, wie sie der IWF empfiehlt, steht der starke Franken im Weg.
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ZürichNach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) sollte die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins eher früher als später erhöhen. Für eine Volkswirtschaft wie die Schweiz, die schneller aus der Krise herausgekommen ist als die meisten anderen Länder, sind Zinsen nahe Null nach Ansicht des IWF nicht mehr angemessen und es droht demnach eine Überhitzung des Immobilienmarktes.

Doch den Schweizer Währungshütern steht der starke Franken im Weg. Der bremst die Exporte und nach Ansicht von Experten wird die SNB am Donnerstag darauf verzichten, an der Zinsschraube zu drehen. Der seit Anfang 2009 geltende Zielzinssatz von 0,25 Prozent wird wohl für die nächsten drei Monate bestehen bleiben.

Die Euro-Schuldenkrise und die schwächelnde US-Konjunktur haben den Kurs des Frankens auf historische Höhen getrieben. Am Pfingstmontag war ein Euro gerade noch rund 1,20 Franken wert, rund 20 Prozent weniger als Anfang 2010. Exporteure nehmen weniger ein. Ausländische Touristen müssen am Bankschalter rund 85 Euro Cent anstatt wie früher knapp 70 Cent für einen Franken zahlen.

Eine Leitzinserhöhung würde noch mehr Geld in den sicheren Hafen Schweiz ziehen und den Franken-Kurs noch weiter nach oben treiben. Bereits jetzt befürchten Vertreter der Industrie eine Verlagerung von Investitionen und Arbeitsplätzen ins günstigere Ausland. Der Verband der Maschinen- und Elektroindustrie sieht „zahlreiche Hinweise, dass der Druck auf die Exportpreise und damit auf die Margen der Unternehmen hoch ist“.

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