Maschinen statt Menschen
Devisenhändler – eine aussterbende Spezies

Den Händlern am Devisenmarkt geht es an den Kragen. Bald könnten sie von Maschinen ersetzt werden. Die Branche hat ohnehin ein Image-Problem: Insider sollen Kurse manipuliert haben.
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New YorkEine Branche unter Druck: Weil die Banken Kosten sparen wollen, sollen Devisenhändler von Computern ersetzt werden. Untersuchungen über Manipulationen am Devisenmarkt kommen da zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Der Devisenmarkt hat ein tägliches Handelsvolumen von 5,3 Billionen Dollar. Auf den elektronischen Handel entfielen 2013 bereits 66 Prozent aller Währungstransaktionen – 2001 waren es erst 20 Prozent. Nach Einschätzung der Beratungsgesellschaft Aite Group in Boston, die Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich untersucht hat, werden innerhalb von fünf Jahren 76 Prozent der Währungstransaktionen über Computer laufen. Am Tagesmarkt wird der Devisenhandel laut Aite 2018 zu 81 Prozent elektronisch stattfinden.

„Devisenhändlern ergeht es ähnlich wie Parketthändlern bei den Aktien: sie sind eine schnell aussterbende Gattung“, sagt Charles Geisst, Autor des Buches „Wall Street: A History“ und Professor für Finanzwissenschaften am Manhattan College in Riverdale, New York. „Wenn die Banken einmal erkannt haben, dass die Händler sie Geld kosten, werden die Stellen schnell verschwinden.“


„Die Margen im Devisenhandel sind sehr, sehr mager, weil es einfach ist, auf eine Handelsplattform umzusteigen“, sagt Wheeler, der Banken beobachtet. „Der Umstieg der Banken auf den elektronischen Handel hat in anderen Bereichen viele Arbeitsplätze gekostet und die Erträge sind geschwunden.“

Im Gegensatz etwa zu Aktienhändlern konnten Devisenhändler ihre Rolle bislang erhalten, weil der Großteil des Handels nicht an Börsen stattfindet. Die Kunden müssen sich ihre Informationen über die Richtung von Kursen stückweise von Händlern und Verkäufern, die wiederum Kenntnisse über die Order anderer Kunden haben, zusammensuchen. Händler waren auch nötig, weil die ersten computerisierten Handelssysteme nicht sehr verlässlich waren und auch keine größeren Transaktionen bewältigen konnten, sagen Branchenkenner. Doch das hat sich inzwischen geändert.

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Kurse manipuliert

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