Monatsbilanz
Der Dollar ist der große Gewinner

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Im Februar hat sich ein Überraschungskandidat an den Finanzmärkten zurückgemeldet. Der US-Dollar hat mit seiner Wertentwicklung in den vergangenen vier Wochen Anleihen, Aktien und auch Rohstoffe hinter sich gelassen. Die drohenden automatischen Ausgabenkürzungen in den USA waren offenbar für internationale Investoren kein Hindernis für den Dollarkauf.

Der Dollar Index, der aus der Entwicklung des US-Dollar gegenüber den Währungen der sechs wichtigsten Handelspartner der USA berechnet wird, hat im Lauf des Februar 3,5 Prozent zugelegt und damit zwei schwächere Monate in Folge hinter sich gelassen.

Globale Indikatoren für festverzinsliche Anlagen, berechnet von der Bank of America Merrill Lynch, gewannen zusammengefasst 0,6 Prozent, und zwar einschließlich reinvestierter Zinsen. Der MSCI All-Country World Index aus weltweiten Aktien war weniger als 0,1 Prozent im Februar gestiegen und der Standard & Poor's GSCI Total Return Index - gebildet aus der Preisentwicklung von Metallen, Energieträgern und Agrarrohstoffen - rutschte gar um 4,4 Prozent ab. Es war der stärkste Verlust seit Mai letzten Jahres.

Der starke Dollar ist offenbar ein Beweis für das Vertrauen internationaler Anleger in die USA. Die Wirtschaft wird als stark genug eingeschätzt, um die Auswirkungen der massiven Haushaltseinsparungen - die zum Monatsbeginn im März automatisch wirksam wurden - zu bewältigen. Zwar wird laut offiziellen Angaben in den USA das Maßnahmenpaket 0,6 Prozent BIP-Wachstum auf Sicht dieses Jahres kosten, aber Hausverkäufe, wachsendes Verbrauchervertrauen und ein sich weiter aufhellender Arbeitsmarkt werden nach Ansicht der Notenbank Federal Reserve weiter für Unterstützung sorgen.

“Auch wenn die USA derzeit nicht gerade schnell wachsen - die Lage sieht deutlich robuster aus als in anderen Regionen, etwa in der Eurozone oder Großbritannien, und auch in Japan”, sagte der Währungsstratege Alan Ruskin von der Deutschen Bank AG in New York. Auf relativer Basis sähen derzeit aber alle Länder der G-10 eher schwächer aus.

Zuletzt hatte der Senat einen Kompromiss zur Abwendung der Sparmaßnahmen abgelehnt. Insgesamt sollen den bereits seit längerem vereinbarten Plänen zufolge 1,2 Billionen Dollar an Staatsausgaben über neun Jahre eingespart werden. 85 Mrd. sollen davon noch in den verbleibenden sieben Monaten dieses Haushaltsjahres eingespart werden. “Die Risiken im Zusammenhang mit den automatischen Kürzungen werden am Markt nicht als Hindernis wahrgenommen”, sagte Marktstratege Michael Woolfolk von der Bank of New York Mellon Corp.

Zudem kamen im Laufe des Monats Spekulationen um das vorzeitige Ende des Bondkaufprogramms der Notenbank Fed in den USA auf, die derzeit monatlich über diese als quantitative Lockerung bezeichnete Maßnahme 85 Mrd. Dollar in die Wirtschaft pumpte.

Zu den Aufschlägen des Dollar-Index trugen überdies die Maßnahmen der Regierung in Tokio zur Schwächung der Landeswährung Yen bei. Damit soll die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt aus der Rezession geführt werden. Der Yen beendete den Monat Februar zum Dollar um 0,9 Prozent schwächer und hat in den letzten sechs Monaten 15 Prozent zum Dollar verloren.

Druck auf den Euro übte im Februar die unerwartet starke Kontraktion des BIP in der Eurozone im vierten Quartal aus. Auch ein Verbrauchervertrauensindex fiel stärker als erwartet und die Parlamentswahl in Italien ließ mit ihrem unübersichtlichen Ergebnis neue Sorgen über den Sparkurs im Lande aufkommen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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