Nach Frankreich-Wahl
Franken fällt auf Fünfmonatstief

Der Franken gilt bei Anlegern als sicherer Hafen und ist daher besonders in unruhigen Zeiten gefragt. Nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl gibt die Schweizer Währung deutlich nach.
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Der Schweizer Franken hat nach dem Erfolg des europafreundlichen Ex-Wirtschaftsministers Emmanuel Macron bei der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl kräftig nachgegeben. Nach Bekanntwerden von Macrons Abschneiden zog der Euro in der Nacht auf Montag kräftig an und kostete mit 1,0836 Franken vorübergehend so viel wie seit Anfang Dezember nicht mehr. Montagvormittag notierte die Gemeinschaftswährung leicht tiefer bei 1,0790 Franken. Auch andere europäische Währungen wie die schwedische, norwegische und dänische Krone legten nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse zwischen 1,4 und 1,8 Prozent zu.

Die Schweizer Währung gilt bei Anlegern als sicherer Hafen und ist daher besonders in unruhigen Zeiten gefragt. Bei einem möglichen Wahlsieg der Euro-kritischen Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National befürchten Investoren ein weiteres Auseinandertriften der Euro-Zone, was auf der Gemeinschaftswährung lastet. Le Pen als Zweite des Vorwahlgangs und Macron gehen nun in die Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich. Für die zweite Runde am 7. Mai sagten die noch Sonntagabend veröffentlichten Umfragen dem unabhängigen Macron fast eine Zwei-Drittel-Mehrheit vorher.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stemmt sich gegen einen Höhenflug des Franken, weil das Schweizer Waren im Ausland verteuert und weniger konkurrenzfähig macht. Nach den Worten von SNB-Präsident Thomas Jordan sind die Währungshüter darauf vorbereitet, einem Aufwertungsdruck des Franken nach der Präsidentenwahl in Frankreich etwas entgegenzusetzen. Die Notenbank sei bereit, dazu die vorhandenen Instrumente zu nutzen, sagte Jordan der Nachrichtenagentur Bloomberg. Um den Franken zu schwächen, interveniert die SNB am Devisenmarkt und hat die Zinsen auf minus 0,75 Prozent gesenkt. Bereits vor der Wahl hat sie Milliarden für Fremdwährungskäufe ausgegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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