Nach Freigabe des Franken
Schweizer Nationalbank zu Devisenkäufen bereit

Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses ist die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu weiteren Investitionen am Devisenmarkt bereit. Der Markt habe sich noch nicht stabilisiert, sagt Vizepräsident Jean-Pierre Danthine.
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ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) ist auch nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses zu weiteren Devisenkäufen bereit.

„Die Aufgabe des Mindestkurses bedeutet eine Straffung der Geldpolitik. Wir akzeptieren das, aber nicht bis zu jedem beliebigen Grad. Wir sind grundsätzlich bereit, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren“, sagte SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine in einem Interview dem „Tages-Anzeiger“ (Dienstagausgabe).

Nach der Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken fiel der Euro auf knapp unter einen Franken. Das sei ein Überschießen, sagte Dathine. „Wir sind überzeugt, dass sich der Markt noch nicht stabilisiert hat. Das Währungsgefüge aus Euro, Dollar und Franken hat sich nach der Aufhebung des Mindestkurses noch nicht wieder eingependelt“.

Nach der EZB-Entscheidung für Staatsanleihenkäufe und den Wahlen in Griechenland werde es sicher noch einige Zeit dauern, bis sich ein neues Gleichgewicht am Devisenmarkt einstellen werde. Am Dienstag notierte der Euro bei 1,0160 Franken.

Die SNB habe keine andere Wahl gehabt als den Mindestkurs aufzuheben. Der schwache Euro sei keine passende Referenz mehr für den Franken gewesen. Das hätten die Märkte gemerkt. „Gegen Ende 2014 wurden seit langem wieder Interventionen nötig“, sagte Danthine der Zeitung. Im Januar hätten hochgerechnet 100 Milliarden Franken ausgegeben werden müssen, um den Mindestkurs zu halten.

Probleme durch eine Deflation erwartet Danthine nach der Abschaffung des Mindestkurses nicht. Die Schweiz habe immer schon mit einer niedrigeren Teuerung als das Ausland gelebt.

„Die jetzt zu erwartende negative Inflation ist temporär“ erklärte der Notenbanker. Sie sei teils durch den gesunkenen Ölpreis, teils durch den erstarkten Franken bedingt.

Wichtig sei aber, dass die Inflationserwartungen von Unternehmen und Konsumenten stabil verankert bleiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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