Nachfrage übertrifft Angebot
Steigender Bedarf Chinas treibt Kautschukpreis

Der immense Bedarf von China treibt den Preis für Naturkautschuk. Die Hauptlieferanten sitzen mit Thailand, Indonesien und Malaysia direkt vor der Haustür. Für die Volksrepublik gilt es nun, sich nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis zu begeben und daher arbeitet sie an einer Alternative.

Kautschuk wird voraussichtlich noch teuer werden. Wegen wachsender Produktionsdefizite ist der Preis seit 2004 bereits über 80 Prozent gestiegen. Hidde Smit, der Generalsekretär der Internationalen Kautschukstudiengruppe, IRSG, geht jetzt gar davon aus, dass die Nachfrage noch bis 2012/2014 die Produktion überschreiten wird.

Mohamed Bin Yusoff, der Chef des malaysischen Kautschukverbands, verspricht seinen Mitgliedern daher „noch auf Jahre“ steigende Preise. Sein Land ist mit einer Jahresproduktion von 1,3 Mill. Tonnen der drittgrößte Kautschukproduzent der Welt. Thailand und Indonesien produzieren jeweils mehr als doppelt so viel. Das Fernosttrio deckt damit etwa Dreiviertel des Weltbedarfs an Naturkautschuk, Latex. Branchenkreise in Vietnam, das ebenfalls große Anstrengungen macht, seine Produktion zu steigern, rechnen für dieses Jahr noch mit einem zehn bis 20 prozentigen Preisanstieg auf rund 2400 Dollar je Tonne. Der Optimismus der Kautschukanbieter ruht vor allem auf dem rapide wachsenden Bedarf ihres Großkunden vor der eigenen Haustür: China. „27 Prozent unserer Kautschukexporte gehen bereits dorthin“, freute sich der Agrarminister Thailands, Thira Sutabut, dieser Tage.

Die Bedeutung Chinas als Großabnehmer ihres Naturkautschuks unterstreichen auch die Malaysier. Im ersten Quartal 2007 verschifften sie 75 000 Tonnen nach dorthin. Der nächst größte Abnehmer war die Bundesrepublik, wenn auch mit weniger als der Hälfte (36 000 Tonnen) dessen. In die USA gingen nur 15 000 Tonnen.

Wegen des rapiden Ausbaus seiner Autoindustrie werde das Riesenreich China schon bald ein Drittel des Weltkautschukaufkommens für sich benötigen, schätzen Londoner Handelskreise. Kautschuk wird für die Reifenherstellung benötigt. Und weltweit nehme der Bedarf in diesem Jahr um mindestens sechs Prozent zu. Dieser Wert liegt deutlich über den Schätzungen der Londoner Economist Intelligence Unit (EIU) von Anfang des Jahres. Die EIU war von einem globalen Nachfragezuwachs von nur 3,6 Prozent ausgegangen – doch selbst dabei lag das Produktionsdefizit noch bei 230 000 Tonnen. Die weltweiten Vorräte an Naturkautschuk sollen danach 2008 nur noch einer Versorgungsdauer von 4,7 Wochen entsprechen 2004 lag dieser Wert mehr als drei Mal so hoch.

Um nicht in eine übermäßige Abhängigkeit der Naturkautschuk- Lieferungen zu gelangen treibt China laut EIU den Einsatz von Synthesekautschuk voran. Weltweit entfallen auf diesen, aus Öl hergestellten Kautschuk knapp 60 Prozent des Weltmarkts. Doch so lange der Ölpreis nicht abstürzt, hält sich die Furcht der Produzenten von Naturkautschuk vor dem Konkurrenzprodukt in Grenzen. Thailands Agrarminister will aber auch hier nichts dem Zufall überlassen. Bis 2013 will er die noch in den Kinderschuhen steckende Produktion von Synthesekautschuk um 50 Prozent steigern.

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