Nachlassender Konjunkturpessimismus
Eurokurs fällt auf Fünf-Wochen-Tief

Der Höhenflug des Euro ist unterbrochen. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Finanzmarktkrise hat die Gemeinschaftswährung am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen gedrückt.

HB LONDON. Der Euro fiel auf 1,5465 Dollar, nach Höchstkursen von klar über 1,56 Dollar am Vortag. Im Tagesverlauf war der Euro zum Greenback auf ein Fünfwochen-Tief von 1,5431 Dollar gerutscht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,5540 Dollar festgesetzt. Am Donnerstag wurde wegen des Mai-Feiertages von der EZB kein Referenzkurs festgelegt.

Es mache sich am Markt zunehmend die Einschätzung breit, dass das Schlimmste der US-Kreditkrise vorüber sei, sagten Händler. Die US-Notenbank habe am Mittwoch zwar noch kein definitives Ende der Zinssenkungen signalisiert. Am Markt würden aber zunächst keine weiteren Zinssenkungen mehr erwartet. Untermauert wurde dieser Ausblick von Daten zur Preisstabilität in den USA. Demnach war die Inflation ohne Nahrung und Energie, an der die Fed ihre Entscheidungen orientiert, im März höher als von Volkswirten erwartet.

Die US-Notenbank hat seit Sommer 2007 den Leitzins um insgesamt 3,25 Prozentpunkte reduziert und damit auch den Dollar belastet. Am Mittwoch hatte sie den Zins um 0,25 Prozentpunkte auf jetzt 2,0 Prozent gesenkt.

Neue US-Konjunkturdaten stützten die Kursentwicklung zusätzlich. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für April sei mit 48,6 Punkten höher ausgefallen als erwartet und habe diejenigen bestärkt, die auf eine allmähliche Stabilisierung der von der Immobilienkrise belasteten US-Wirtschaft spekulierten, hieß es am Markt. „Die Daten waren positiv für den Dollar wegen der Vorstellung, dass die Industrieproduktion einen Boden findet und die US-Wirtschaft einen Boden findet“, sagte David Watt von RBC Capital Markets.

Einige Händler sagten auch, die Bank von England (BoE) habe mit ihrer jüngsten, etwas weniger düsteren Einschätzung der Kreditkrise Dollar- und Pfund-Käufe ermutigt. In ihrem halbjährlichen » Bericht zur Finanzstabilität teilte die britische Notenbank am Donnerstag mit, aktuelle Schätzungen, wonach sich die Abschreibungen der Geldhäuser rund um den Globus durch die Kreditkrise auf insgesamt fast 400 Milliarden Dollar belaufen dürften, seien möglicherweise deutlich zu hoch angesetzt.

Realistischer sei wohl ein Wert von ungefähr 170 Milliarden Dollar, hieß es darin. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte zuletzt sogar prognostiziert, dass sich die Verluste am Ende auf rund eine Billion Dollar belaufen könnten. Der BoE-Bericht ließ das Pfund zeitweise auf über 1,99 Dollar steigen.

Angesichts der Dollar-Schwäche und des nachlassenden Konjunkturpessimismus geriet auch der Goldpreis unter Druck. Die Feinunze Gold wurde in London mit 853,00 Dollar festgestellt, nachdem der Preis am Vortag noch bei 871,00 Dollar lag.

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