Notierung nimmt Kurs auf Rekordhoch
Gerüchte um Käufe von Notenbanken treiben Goldpreis

Der Goldpreis hat gestern seine Klettertour erneut aufgenommen. Im europäischen Handel verteuerte sich die Feinunze Gold um über sieben Dollar und zog auf mehr als 516 Dollar an.

DÜSSELDORF. Auf der Käuferseite standen erneut Fonds, hieß es in Marktkreisen. Noch höher hatte Gold Mitte Dezember notiert, als es mit über 540 Dollar so teuer war, wie seit über 25 Jahren nicht mehr. Einsetzende Gewinnmitnahmen hatten den Preis dann für kurze Zeit aber zeitweise bis unter 500 Dollar gedrückt.

Das neu erwachte Interesse begründeten Händler mit der insgesamt positiven Stimmung für Gold, aber auch mit Sorgen über eine mögliche Abschwächung der Weltkonjunktur. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten suchen Investoren Gold nach wie vor als „sicheren Hafen“.

Die jüngsten Gewinne des Edelmetalls führen Experten daneben auf Spekulationen zurück, dass einige Zentralbanken den Goldanteil an ihren Währungsreserven erhöhen könnten. Absichten in dieser Richtung haben bereits Russland, Südafrika und China geäußert. „China könnte in absehbarer Zeit seine Goldbestände um 600 auf 2 500 Tonnen erhöhen“, sagte Teng Tai, ein Ökonom von China Galaxy Securities nach Angaben der offiziellen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

Bisher haben gerade asiatische Notenbanken schwerpunktmäßig auf den Dollar gesetzt. Bei europäischen Zentralbanken entfällt dagegen meist ein erheblicher Anteil der Reserven auf Gold. So liegt etwa der Anteil des Edelmetalls in Deutschland bei gut 50 Prozent. In der Volksrepublik China sind es hingegen zurzeit nur 1,1 Prozent, in Russland und Indien jeweils 3,6 Prozent. Selbst die reichen Staaten des Gulf Cooperation Council (GCC) sind nach Beobachtung von Eberhardt Unger von der unabhängigen Analysegesellschaft Fairesearch in Gold unterinvestiert. In Saudi-Arabien stelle es gerade einmal 7,4 Prozent und in Qatar 0,2 Prozent der Reserven. In Kuwait sind es immerhin 11,6 Prozent; die Zentralbank hat den Anteil erst vor wenigen Wochen aufgestockt.

„Das zunehmende Risiko eines Kursrutsches der in Dollar gehaltenen Währungsreserven könnte die Notenbanken zum Umdenken anregen, insbesondere im Fernen und Nahen Osten“, erwartet Eberhardt Unger. Er hält daher Gold für eine „aussichtsreiche Depotergänzung“. Auch Robert Cameron, Goldhändler von Mitsubishi International Corp erklärt den jüngsten Preisanstieg mit Diskussionen um die Aufstockung der Goldreserven in Asien. „Das treibt die Spekulation am Markt an“, sagte er gegenüber Bloomberg News.

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