Nur geringe Schäden durch Hurrikan 'Rita'
Ölpreis nur kurz auf dem Rückzug

Der Ölpreis ist am Montag nach nur geringen Schäden an den Anlagen der Ölindustrie im Golf von Mexiko durch den Hurrikan "Rita" zunächst gesunken. Die Entspannung war aber nur von kurzer Dauer, am Abend zogen die Notierungen bereits wieder deutlich an.

HB NEW YORK/LONDON. Ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl der Sorte WTI kostete im elektronischen Handel am New Yorker Warenterminmarkt zwischenzeitlich wieder 65,30 Dollar und damit 1,11 Dollar mehr als bei Handelsschluss am Sonntag. Zeitweise war die Notierung unter 63 Dollar gerutscht. Auch in London wechselte der Ölpreis im Tagesverlauf die Richtung und legte zuletzt um 1,05 Dollar auf 63,49 Dollar für die Nordsee-Sorte Brent zu.

„Die erste Marktreaktion unterschätzte den kumulierten Effekt des Verlustes an Raffinerieprodukten durch die Wirbelstürme „Katrina' und 'Rita' aus unserer Sicht“, sagte Barclays-Capital-Experte Kevin Norrish. Derzeit ruhe die Produktion im Golf von Mexiko vollständig. Insgesamt summierten sich die Produktionsverluste nach Schätzungen auf 33,3 Millionen Barrel.

US-Präsident George W. Bush will nach dem Hurrikan „Rita“ unterdessen zum zweiten Mal innerhalb eines Monats auf die strategische Erdölreserve der USA zurückgreifen. Raffinerien sollten mit Rohöl aus der Reserve versorgt werden, damit Produktionsausfälle nicht zu Lasten der Konsumenten gingen, sagte Bush am Montag in Washington. Der Präsident appellierte an die Autofahrer in den USA, auf unnötige Fahrten zu verzichten. Er empfahl, öffentliche Transportmittel zu benutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.

"Nach den ersten Berichten sind die Ölförderanlagen im Golf von Mexiko noch in einem vergleichsweise guten Zustand", sagte der Gouverneur des Bundesstaates Texas, Rick Perry, dem Fernsehsender Fox News. Auch die US-Küstenwache berichtet nur von "minimalen Schäden" an den Ölplattformen.

Beim britischen Ölkonzern BP seien "keine nennenswerten Schäden an der Raffinerie in Texas City und den Ölförderinseln im Golf von Mexiko entstanden", sagte eine BP-Sprecherin. Dies sei das Ergebnis der ersten Inspektionen an den Anlagen seit dem Vorbeiziehen des Hurrikans im Grenzgebiet zwischen den US-Bundesstaaten Louisiana und Texas. Ein Sprecher des US-Energieministeriums äußerte sich hingegen noch zurückhaltend. Das Ministerium würde sich zunächst einen Überblick über die Situation verschaffen, hieß es.

Seite 1:

Ölpreis nur kurz auf dem Rückzug

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%