Öl-Förderung
USA kappen Öl-Prognose

Seit dem Sommer ist der Ölpreis um 40 Prozent gesunken. Und es geht weiter abwärts. Grund ist ein Überangebot an Erdöl. Die USA kappen nun ihre Prognose für die Fördermenge im kommenden Jahr.
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Singapur/New York/HannoverDie Ölpreise haben am Mittwoch wieder nachgegeben. Die Märkte blicken nach wie vor auf die Preissenkungen durch einige Ölproduzenten, hieß es aus dem Handel. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 66,27 Dollar und damit 53 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte WTI fiel um 63 Cent auf 63,20 Dollar. Seit Ende Juni hat sich der Rohstoff wegen eines weltweiten Überangebots um mehr als 40 Prozent verbilligt.

Die Uneinigkeit unter den Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) bleibt das beherrschende Thema am Ölmarkt. Die Opec hatte sich bei ihrem Treffen Ende November trotz des rasanten Ölpreis-Rückgangs gegen eine Reduzierung der Fördermenge entschieden. Damit setzte sich eine Gruppe wohlhabender Golfstaaten um Saudi-Arabien durch, die an den aktuellen Fördermengen festhalten wollten.

Zuletzt hatten Saudi-Arabien und der Irak ihre Preise gesenkt, um ihre Marktanteile auf dem Weltmarkt zu verteidigen. Ein iranischer Regierungsvertreter sagte laut Medienberichten am Dienstag, dass der Ölpreis auf 40 Dollar je Barrel fallen könne, wenn sich weitere Spannungen innerhalb der Opec einstellten.

Dem algerischen Energieminister zufolge könnte die Opec noch vor dem regulären Treffen 2015 eine Krisensitzung einberufen. "Wir könnten vor Juni eine Dringlichkeitssitzung abhalten", sagte Youcef Yousfi am Dienstag dem Staatsfernsehen des nordafrikanischen Landes. Die Opec-Mitgliedsländer wie Algerien, Iran, Irak und Venezuela kommen mit den aktuell erzielten Einnahmen nicht aus. Sie plädieren für eine Drosselung der Förderung, damit der Preis wieder steigt.

Die USA werden im kommenden Jahr weniger Öl fördern als zuletzt veranschlagt. Die Regierung kappte am Dienstag sowohl die Prognose für die Fördermenge als auch die für den weltweiten Bedarf an dem Rohstoff.

Dem US-Energieministerium zufolge wird die Produktion 2015 auf nur noch rund 9,3 Millionen Barrel pro Tag (bpd) anwachsen. Das sind 100.000 Barrel weniger als noch vor einem Monat prognostiziert. Die weltweite Nachfrage werde um 880.000 bpd anziehen nach zuvor veranschlagten 1,12 Millionen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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